MoneySchwabl Adventskalender

Servus mitanand,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon ist die Adventszeit da, jene magische Periode, in der Menschen panischer Einkäufe tätigen als Bundesliga Manager am Deadline-Day und Jörg aus der Buchhaltung nach dem sechsten Glühwein seine deutsche Hüfte schwingt. Adventskalender öffnen dabei eine eigene Dimension des Zaubers: Türchen um Türchen kämpft man sich durch, in der Hoffnung, dass sich hinter einem Türchen des Bayernlos-Adventskalenders die sehnsüchtig erwartete Frührente verbirgt. Doch ob Schoki, Beauty-Produkte oder Mini-Spirituosen – der Kalender ist längst zum ultimativen Spiegel unserer Konsumgesellschaft geworden. Besinnlichkeit in 24 Häppchen, bei denen sich die wahre Frage stellt: Was machen wir eigentlich an den restlichen 341 Tagen?

Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

8. Türchen: Caleb Clarke

Der Fall Caleb Clarke ist meinem Bruder Leo gewidmet.

Nach einem halben Jahr war Schluss: Servus Caleb!

Es war ein nebliger Abend in der Regionalliga Bayern, als Caleb Clarke das erste Mal auflief – oder besser gesagt: kaum auffiel. Ein kanadisches Talent, einst als Hoffnungsträger für die Vancouver Whitecaps gehandelt, tauchte plötzlich in Haching auf. In der Regio Bayern, versteht sich, nicht die große Bühne. Der Verdächtige war in der Saison 13/14 bereits Gast in dieser Liga – beim FCA. In Augsburg jedoch deutete er mit acht Toren in 26 Spielen an, dass er wusste, wie ein Netz aussieht. Doch das war erst der Anfang einer mysteriösen Reise.  

Wie ein gut geplantes Verbrechen nahm alles seinen Lauf: Winter 2015/16, die SpVgg Unterhaching wird zum nächsten Tatort. Clarke, frisch aus Vancouver und angeblich voller Tatendrang, betritt das Spielfeld. Die Fans waren gespannt, schließlich kam da ein Spieler mit MLS-Erfahrung. Doch statt der erhofften Glanztaten ließ Clarke nur eine Frage zurück: „War er wirklich da?“ Sechs Einsätze, keine Tore, zwei Assists – das könnte man glatt übersehen. Wie der Nebel über dem Hachinger Bach verschwand Clarke im Sommer Richtung Amberg.  

In Amberg, wo der Fußball weniger glitzert als die Hoffnung auf ein ordentliches Bier, trat er in neun Partien an und erzielte ein einsames Tor. Man munkelt, es war ein Sonntagsschuss an einem Mittwoch. Danach? Nichts. Keine Schlagzeilen, keine Transfers, keine Interviews. Caleb Clarke war weg – spurlos.  

Könnte es sein, dass er schlichtweg genug hatte vom Fußball? Oder plant er ein Comeback, so unerwartet wie ein Gegentor in der 90. Minute? Vielleicht trainiert er im Verborgenen, irgendwo in Kanada, auf einem vereisten Bolzplatz, um eines Tages wieder aufzutauchen – und diesmal richtig zuzuschlagen.  

Oder aber, und das ist wohl die wahrscheinlichste Theorie: Der Fall Caleb Clarke bleibt ungelöst, eine Anekdote in den Tiefen der Fußballgeschichte, erzählt von jenen, die sich erinnern, wenn sie den Namen zufällig in einer alten Statistik lesen. „Clarke? War das nicht der Typ, der…?“ Ja, genau der.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

Auf geht‘s Haching!

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Servus mitanand,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon ist die Adventszeit da, jene magische Periode, in der Menschen panischer Einkäufe tätigen als Bundesliga Manager am Deadline-Day und Jörg aus der Buchhaltung nach dem sechsten Glühwein seine deutsche Hüfte schwingt. Adventskalender öffnen dabei eine eigene Dimension des Zaubers: Türchen um Türchen kämpft man sich durch, in der Hoffnung, dass sich hinter einem Türchen des Bayernlos-Adventskalenders die sehnsüchtig erwartete Frührente verbirgt. Doch ob Schoki, Beauty-Produkte oder Mini-Spirituosen – der Kalender ist längst zum ultimativen Spiegel unserer Konsumgesellschaft geworden. Besinnlichkeit in 24 Häppchen, bei denen sich die wahre Frage stellt: Was machen wir eigentlich an den restlichen 341 Tagen?

Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

7. Türchen: Jonas Hummels

Die vergangenen Türchen präsentierten hauptsächlich Stürmer, da diese per se einfach an ihren Statistiken messen lassen müssen und somit auch schnell als Flop abgestempelt werden können. Heute geht es jedoch um einen talentierten Verteidiger, der ähnlich wie der Doc, Seppi Welzmüller, körperlich so oft zurückgeworfen wurde, dass er während seiner aktiven Karriere die lange Zeit im Lazarett mit mehr Gehirnjogging als Bergläufen verbracht hat. So ist er heute auch durch seine Karriere nach der Karriere bekannter als zuvor. 

Es ist ein Leben, das man nicht an einer Schablone ausrichten kann: Jonas Hummels, 32 Jahre jung, ein Ex-Fußballer, der mehr Kapitel in seiner Vita hat als ein schwerer Roman. Einst Abwehrchef bei der SpVgg Unterhaching, später ein Mann mit einer Softwarefirma in Atlanta, einem Master in BWL, einem Psychologiestudium und einem Platz im DAZN-Kommentatorenteam. Jonas Hummels, so scheint es, ist überall ein bisschen zuhause – außer auf den eigenen Knien.

Es war der 10. September 2011, ein sonniger Nachmittag, der alles bereithielt: Kampf, Leidenschaft und einen frühen Führungstreffer durch die Herrlich-Elf. Florian Niederlechner sprintete an der Grundlinie entlang, legte auf Avdic zurück, und das 1:0 war besiegelt – ein Bilderbuchstart für Haching. Doch kaum hatte ich damals verschwitzt im Gästeblock auf der Gegengeraden Grund zum Jubeln, zog sich der Schleier des Dramas über das Spiel: Kapitän Jonas Hummels ging nach einem Zweikampf mit Offenbachs Hesse zu Boden. Kein Foul, kein böses Spiel – aber ein Knie, das nicht mehr mitmachen wollte. Nach nur zwölf Minuten musste Hummels raus. Während Winkler aufs Feld kam, begann für Hummels eine Odyssee, die mehr mit Ärzten als mit Kopfballduellen zu tun hatte. Die Diagnose? Kreuzbandriss. Die Saison war für ihn gelaufen, bevor sie richtig begonnen hatte.

Hummels wurde dennoch ein Fixpunkt im Unterhachinger Kader. Zumindest, wenn er spielte. Was selten genug vorkam. „Ich habe in zwei Saisons nur dreieinhalb Spiele gemacht“, resümiert er trocken. Statt Trainingseinheiten mit der Mannschaft wurden es Sitzungen in Reha-Kliniken, statt Jubelläufen um den Platz wurden es Schmerzen und Ibus. Immer wieder Ibuprofen.

Sein bitterer Abschied aus dem aktiven Fußball kam 2015. Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen, das Datum hat sich in sein Gedächtnis eingebrannt: 15. Dezember. Hummels saß auf der Bank, das Knie schmerzte, die letzte Operation lag nur wenige Monate zurück. Der Trainer ließ ihn nicht spielen. Jonas Hummels, einst Hoffnungsträger der SpVgg, stand zwar noch im Kader – aber auch das war ein Abschied auf Raten. Nach sieben Knie-Operationen in vier Jahren voller Schmerzen zog er 2016 den Schlussstrich. „Ich wusste, ich kann den Kampf nicht gewinnen“, sagt er heute. Kein Groll, keine Klage – nur ein nüchternes Fazit.

Was macht man nach so einem Ende? Abstand. Und das nahm Hummels, mit allem, was dazugehört. Er studierte Psychologie, vertiefte sich in Arbeits- und Organisationspsychologie und hängte noch einen Master in BWL hintendran. Weil man ja nie weiß, wo die Reise hingeht.

Hummels gründete 2017 eine Softwarefirma in Atlanta. Die Story dahinter? Ein bisschen wie er selbst: unkonventionell. Während seiner Hachinger Zeit knüpfte er Kontakte zu Atlanta United, ein Wechsel platzte wegen seiner Verletzungen. Doch der Kontakt zu einem Deutsch-Amerikaner, der Anteile am Klub hielt, blieb. Gemeinsam gründeten sie eine Firma, die heute 35 Mitarbeiter hat. Hummels, der Nicht-Techie, ist dort für Marketing, Vertrieb und Sponsorensuche zuständig. „Ich lerne jeden Tag“, sagt er. Das klingt wie Hummels: neugierig, offen, bereit für das nächste Abenteuer.

Natürlich ist der Fußball geblieben, auch wenn er jetzt eher vor der Kamera stattfindet. Als Co-Kommentator bei DAZN begeistert Hummels mit seiner Expertise. Er spricht, wie er spielt – klug, überlegt, aber auch mit einem Hang zur präzisen Pointe. Man merkt: Der Mann hat seine Nische gefunden.

Jonas Hummels wird wohl nie auf 300 Bundesliga-Spiele zurückblicken können. Aber er hat etwas, das viele andere nicht haben: eine Geschichte, die sich nicht in Zahlen zusammenfassen lässt. Ein Talent, das nie ganz aufgehen konnte – und doch so viele Facetten in seinem Leben gefunden hat. Er ist Unternehmer, Psychologe, Kommentator und immer noch der Mann, der mit 21 Jahren Kapitän einer Profimannschaft war. Und der jetzt sagt: „Mir geht es super.“ Ein Satz, der mehr wert ist als jede Statistik.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

Auf geht‘s Haching!

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Servus mitanand,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon ist die Adventszeit da, jene magische Periode, in der Menschen panischer Einkäufe tätigen als Bundesliga Manager am Deadline-Day und Jörg aus der Buchhaltung nach dem sechsten Glühwein seine deutsche Hüfte schwingt. Adventskalender öffnen dabei eine eigene Dimension des Zaubers: Türchen um Türchen kämpft man sich durch, in der Hoffnung, dass sich hinter einem Türchen des Bayernlos-Adventskalenders die sehnsüchtig erwartete Frührente verbirgt. Doch ob Schoki, Beauty-Produkte oder Mini-Spirituosen – der Kalender ist längst zum ultimativen Spiegel unserer Konsumgesellschaft geworden. Besinnlichkeit in 24 Häppchen, bei denen sich die wahre Frage stellt: Was machen wir eigentlich an den restlichen 341 Tagen?

Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

6. Türchen: Manuel Fischer

Heute hat uns der Nikolaus ein weiteres Wunderkind in die Stiefel gesteckt, das den großen Durchbruch im 11 gegen 11 nicht gepackt hat:

Manuel Fischer – einst das strahlende Versprechen des deutschen Fußballs. Als 17-Jähriger debütierte er für den VfB Stuttgart in der Bundesliga, krönte sich in der A-Junioren-Bundesliga zum Torschützenkönig und schoss die deutsche U17 mit einem goldenen Treffer zum Europameistertitel. Was für ein Start! Doch wie so oft im Fußball erwies sich der Weg zum Erfolg als verschlungener Pfad. Der vielversprechende Stürmer, der einst Tore wie am Fließband erzielte, wurde zum Wanderer zwischen den Welten des Profifußballs.

2012 wagte Fischer den Schritt zu Unterhaching in die 3. Liga, ein Neustart, der große Hoffnungen weckte. Doch statt durchzustarten, schien er eher zu stolpern. Drei Tore in zwölf Spielen – nicht gerade die Quote, die man von einem Stürmer seiner Klasse erwartete. Ein kleiner Lichtblick: In der zweiten Mannschaft bewies er mit zehn Treffern in neun Spielen, dass er das Toreschießen nicht völlig verlernt hatte. Doch der Funke wollte bei den Profis einfach nicht überspringen. Vielleicht lag es an der fehlenden Spielpraxis, vielleicht am Druck, oder vielleicht passte Unterhaching einfach nicht zu Fischers Spielweise. Bereits im Winter war Schluss: Fischer und der Klub trennten sich „einvernehmlich“ – ein Euphemismus, der im Fußball so oft das Scheitern kaschiert. Fischer wechselte zur SG Sonnenhof Großaspach in die Regionalliga, um dort neu anzugreifen.  

Nach Unterhaching folgten zahlreiche Stationen – von den Stuttgarter Kickers und dem FC 08 Homburg über Tebe Berlin. Fischer suchte die Herausforderung und wurde zum klassischen „Weltenbummler“ in den Niederungen des deutschen Fußballs. In den unteren Ligen erzielte er hier und da noch Treffer, doch die glorreiche Zukunft, die ihm einst prophezeit wurde, blieb aus.  

Dafür entdeckte Fischer seine Leidenschaft für den Futsal. In der Futsal-Bundesliga und sogar in der deutschen Nationalmannschaft zeigte er erneut sein Können – allerdings auf kleinerem Spielfeld und mit deutlich weniger Aufmerksamkeit als in seinen Jugendtagen.  2024 kehrte Fischer ins Rampenlicht zurück – wenn auch in ungewohnter Form. In der von Lukas Podolski und Mats Hummels ins Leben gerufenen Baller League, einem modernen Hallenfußballformat, wurde Fischer gedraftet. Der mittlerweile 34-Jährige fand sich plötzlich im Team „Streets United“ wieder – an der Seite von Sascha Bigalke, seinem ehemaligen Weggefährten aus Hachinger Zeiten, der in diesem Format ansonsten nichts zu suchen hat. „Das kommt dem Straßenfußball sehr nahe“, schwärmt Fischer, der für solche Spielformen eine Schwäche hat. Der kleine Platz ohne Bande bot Fischer den perfekten Raum, um seine verbliebenen Qualitäten auszuspielen. „Ich finde das cool, das macht einfach Spaß“, sagt er über das Turnierformat, das Ex-Profis und Amateurspieler zusammenbringt. Dass Fischer mit ehemaligen Weltstars wie Podolski als Teamchef spielte, schien ein kleiner Trost dafür zu sein, dass seine Karriere nicht ganz so glamourös verlief wie erhofft.  

Auch abseits der Baller League bleibt Fischer dem Fußball erhalten. Als Trainer seines Heimatvereins TSV Weilimdorf in der Landesliga Württemberg gibt er sein Wissen an die nächste Generation weiter. Und wenn Not am Mann ist, springt er sogar selbst ein – zuletzt unfreiwillig als Torwart, ein ungewohnter Anblick für den einstigen Topstürmer. „Ich hoffe, dass das nicht mehr vorkommt“, sagt er.  

Manuel Fischers Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt: vom gehypten Talent über die Durststrecken inklusive Unterhaching bis hin zum leidenschaftlichen Amateurspieler und Trainer. Er mag die ganz große Bühne verpasst haben, doch seine Liebe zum Fußball ist ungebrochen. Ob im Futsal, in der Baller League oder als Coach – Fischer zeigt, dass Fußball mehr ist als nur Tore und Titel. Es ist eine Leidenschaft, die für immer bleibt.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

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das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon ist die Adventszeit da, jene magische Periode, in der Menschen panischer Einkäufe tätigen als Bundesliga Manager am Deadline-Day und Jörg aus der Buchhaltung nach dem sechsten Glühwein seine deutsche Hüfte schwingt. Adventskalender öffnen dabei eine eigene Dimension des Zaubers: Türchen um Türchen kämpft man sich durch, in der Hoffnung, dass sich hinter einem Türchen des Bayernlos-Adventskalenders die sehnsüchtig erwartete Frührente verbirgt. Doch ob Schoki, Beauty-Produkte oder Mini-Spirituosen – der Kalender ist längst zum ultimativen Spiegel unserer Konsumgesellschaft geworden. Besinnlichkeit in 24 Häppchen, bei denen sich die wahre Frage stellt: Was machen wir eigentlich an den restlichen 341 Tagen?

Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

5. Türchen: Marc Nygaard

Das fünfte Türchen geht wieder zurück in den legendären Transfersommer 2010, als Unterhaching, neben dem bereits vorgestellten Gunnlaugsson, einen noch imposanteren Stürmer für den 3. Liga-Kader von Augenthaler gewinnen konnte. Den großen Mann für die kleinen Momente: Marc Nygaard. Doch beginnen wir am Anfang.

Marc Nygaards Karriere war geprägt von einer Vielzahl internationaler Stationen, die von Dänemark über die Niederlande, Italien, England bis nach Deutschland führten. Besonders bei Randers FC in der dänischen Superliga blühte er auf, erzielte in der Saison 2008/09 beeindruckende 16 Ligatore und empfahl sich als kopfballstarker Strafraumspieler mit internationaler Erfahrung. Genau diese Qualitäten ließen die Fans der Vorstädter hoffen, als der Däne 2010 verpflichtet wurde. Mit seiner imposanten Größe und dem Ruf, entscheidende Treffer erzielen zu können, galt er als Hoffnungsträger für eine Mannschaft, die nach Offensivpower suchte.

Es gibt Fußballer, die schreiben Geschichte – und dann gibt es jene, die einfach nur den Spielbericht füllen. Bei Marc Nygaard, dem 1,96 Meter großen dänischen Sturmtank, schien in der Saison 2010/11 bei Haching eher Zweiteres der Fall gewesen zu sein. Drei Tore in der gesamten Saison gelangen dem Langen, sechs Scorerpunkte – und das bei einem Spieler, der in der Luft so dominant sein sollte wie ein Stiefler gegen Grundschüler. Doch manchmal scheitert auch der größte Turm an einem Bauern.  

Besonders kurios: Zwei seiner sechs Scorerpunkte sammelte Nygaard ausgerechnet bei der denkwürdigen 2:7-Niederlage gegen Hansa Rostock. Während sich der Rest der Mannschaft defensiv im kollektiven Tiefschlaf befand, steuerte der Däne immerhin einen Hauch Offensivgeist bei. Mit einem Tor und einer Vorlage zeigte er in diesem Spiel, dass er durchaus in der Lage war, aufzufallen – wenn auch leider zur falschen Gelegenheit. Es war, als hätte er kurz aufblitzen lassen wollen, wofür er eigentlich geholt wurde: Präsenz, Wucht und Kopfballstärke. Doch am Ende blieben es nur Zahlen in einer bitteren Niederlage, die selbst im Archiv von unserhaching eher gemieden wird.  

Generell lief die Saison für Nygaard wie ein Kopfball gegen den Pfosten. Während man von einem Spieler seiner Statur erwartet, dass er mindestens in der dritten Liga für Angst und Schrecken sorgt, musste der Däne häufiger verletzungsbedingt passen. Muskuläre Probleme im Oberschenkel und das ein oder andere Wehwehchen hielten ihn davon ab, wirklich durchzustarten. Und wenn er auf dem Platz stand, war er meist so präsent wie eine Giraffe im Nebel.  

Am Ende seiner Hachinger Zeit bleibt Marc Nygaard vor allem als Symbol für die alte Fußballweisheit in Erinnerung: Größe allein gewinnt keine Spiele. Und wie so oft im Fußball passten Anspruch und Wirklichkeit nicht recht zusammen – und Nygaard wurde eher zur Anekdote als zur Legende in Haching.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

4. Türchen: Markus Weinzierl

Der Beweis: Weinzierl im Einsatz für Unterhaching gegen seinen Ex-Klub

Für das vierte Türchen schreibt der Fußball eine der besten Kurzgeschichten. Markus Weinzierls Abstecher zur SpVgg Unterhaching ist eine davon – oder vielmehr ein Kapitel, das so schnell gelesen ist, dass man zweimal hinsehen muss, um sicherzugehen, dass es wirklich passiert ist. Vier Einsätze, keine Tore, ein Winterwechsel: Das war’s. Doch diese Episode war so prägnant, dass sie fast wie ein komödiantischer Zwischentitel in seiner Karriere wirkt.  

Aber machen wir uns nichts vor: Markus Weinzierl war mehr als nur ein Spieler für zwischendurch. Sein Weg durch die Fußballwelt begann in seiner Heimat Niederbayern, führte ihn über die Amateure des FC Bayern München und dann in die zweite Liga, wo er für die Stuttgarter Kickers auflief. Nach seinem kurzen Hachinger Intermezzo wurde Regensburg zu seiner Bühne – und bald darauf zu seiner Trainer-Wiege.  

Nach einer Knieverletzung, die seine aktive Karriere sehr früh beendete, kehrte er beim SSV Jahn an die Seitenlinie zurück, zunächst als Co-Trainer und ab 2008 als Chef. Dort bewies Weinzierl, dass er nicht nur auf dem Spielfeld Akzente setzen konnte. 2012 führte er den Jahn in die Zweite Liga und legte damit den Grundstein für seine Karriere in der Bundesliga. Als Trainer des FC Augsburg schrieb er eines der schönsten Kapitel seiner Laufbahn, die einer Kurzgeschichte entwachsen ist: Klassenerhalt, Aufstieg in die oberen Tabellenregionen und schließlich die historische Europa-League-Qualifikation.  

Natürlich waren nicht alle seiner Stationen von Erfolg gekrönt. Weder Schalke noch Stuttgart noch Nürnberg brachten das erhoffte Glück – aber das gehört zur Trainerlaufbahn dazu. Und wenn der Fußball eines gezeigt hat, dann das: aufgewärmte Semmeln sind immer gefragt und so ist Weinzierl seit diesem Sommer der sportliche Leiter des FC Bayern Campus, unserer Zweitvertretung sozusagen. 

Vielleicht war Unterhaching nur ein Prolog für Weinzierls wahres Wirken: das Trainerdasein. Aber irgendwie bleibt dieser Vier-Spiele-Ausflug ein Sinnbild für die Unberechenbarkeit des Fußballs. Man startet mit großen Plänen – und landet kurz darauf auf einer ganz anderen Bühne. Zumindest eines kann dabei gelernt werden: Selbst die kürzesten Kapitel können Teil einer großen Geschichte werden.

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

3. Türchen: Garðar Gunnlaugsson

Am Boden: Garðar Gunnlaugsson

Türchen drei, Stürmer drei. Der Transfersommer 2010 liest sich rückblickend wie ein schlimmer Fiebertraum, Markus Schwabl wird bestimmt ein Lied davon singen können. Und wer weiß, ob in diesem Adventskalender noch der ein oder andere ein prominentes Plätzchen verdient hat. 

Zurück zum isländischen Corpus Delicti. Gunnlaugsson kam als 28 Jähriger mit der Erfahrung aus der österreichischen Bundesliga, der schottischen Premiership, der schwedischen Allsvenskan, der bulgarischen A Grupa und nicht zuletzt aus der Champions League Quali. Gemeinsam mit Sturmpartnern Mijo Tunjic und Marc Nygaard soll Garðar für Klaus Augenthalers Offensive für mächtig Furore sorgen. Doch seine damalige Frau, Ásdís Rán Gunnarsdóttir, ihres Zeichens isländisches Supermodel und jüngst Präsidentschaftskandidatin, sorgte bei meinem damaligen jugendlichen Ich für mehr Furore. Bezeichnend dafür ist die Meldung des Münchner Merkurs aus dem Februar 2011: „Bei Gardar Gunnlaugsson ist endlich der Knoten geplatzt. Der längst als Fehleinkauf abgestempelte Stürmer hatte mit seinem wichtigen Führungstor gegen den VfR Aalen nach sieben Monaten Anlauf endlich Grund zur Freude.“

7 Monate dauerte es bis zu seinem ersten und einzigen Treffer für Unterhaching. Keine 5 Monate später war das Kapitel auch wieder zu Ende und Gunnlaugsson zog es, nach halbjähriger Vereinslosigkeit, zurück zu seinem isländischen Ausbildungsklub ÍA Akranes wo er es insgesamt auf 199 Spiele und 80 Tore brachte. Eine respektable Quote.

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

2. Türchen: Felix Schröter

Hinter dem zweiten Türchen, das dem ersten folgt wie ein Schatten, steht passenderweise ein Stürmer, der „der Schleicher“ genannt wurde. Ob dieser Spitzname für einen Fußballer nun mit den glanzvolleren wie „der Bomber“, „der Kannibale“ oder „der Lord“ mithalten kann und ob dieser als Selbst- oder Fremdbezeichnung entstanden ist, kann in diesem Format nicht geklärt werden. Doch der Schleicher, Felix Schröter, zeigt direkt auf, wie ein „Nicht-Ankommen“ bei einem Verein im Gegensatz zum gestrigen Stürmer auch funktionieren kann. Denn Schröter verbrachte nicht 38 Tage bei uns, sondern ganze zwei Jahre. Gespielt und getroffen hat er auch, zumindest im ersten Jahr. Felix Schröter steht deshalb sinnbildlich für Spieler, denen eine gute Karriere prognostiziert wurde und natürlich über die Maßen talentiert waren, aber nie so richtig im Profifußball angekommen sind. Der gebürtige Ulmer, der über Stuttgart und Hoffenheim den Weg in die Knappenschmiede fand, war eine der heißesten Aktien seines Jahrgangs. Unglaubliche 38 Scorer in 32 Spielen für die U19 von Schalke sprechen hier eine ganz eigene Sprache und sorgten auch direkt für die Meisterschaft in der A-Jugend, welche er gemeinsam mit Leroy Sane und Thilo Kehrer feiern konnte. Direkt im darauffolgenden Jahr wurde er dann von den Königsblauen nach Heidenheim verliehen (ja damals war Schalke besser). Dort konnte er sich bei Coach Frank Schmidt nicht durchsetzen und seine Zeit mündete in lediglich drei Kurzeinsätzen an der Brenz. Zurück in Gelsenkirchen kickte er für die zweite Mannschaft in der Regionalliga West, wobei auch hier der Knoten nicht platzen wollte, sodass Schröter einen Neuanfang bei Illertissen wagte. 16 Tore in 33 Spielen für den damals 22 Jährigen riefen Manni auf den Plan und der talentierte Stürmer sollte nun über Unterhaching endgültig im Profifußball ankommen. Die erste Saison in Rot-Blau war vielversprechend: 33 Spiele 8 Tore und 4 Assists, dazu der Klassenerhalt und Platz 11 in der dritten Liga. Die darauffolgende Saison gilt inzwischen als rotes Tuch in Hachinger Kreisen und der Durchbruch für Schröter im Profifußball erlitt einen weiteren Rückschlag. Der Schleicher hat sich für seinen weiteren Karriereweg nun komplett anders orientiert und wagte den Schritt nach Norwegen. Ausgenommen eines kurzen Abstechers in die USA zu den Tampa Bay Rowdies (haha) spielt der heute 28 Jährige noch immer für den FK Jerv in Norwegen. Wer etwas mehr darüber wissen möchte, sei der Artikel von transfermarkt ans Herz gelegt: https://www.transfermarkt.de/ex-s04-talent-schroter-innerlicher-druck-quot-und-neustart-in-norwegen-wollte-einfach-raus-quot-/view/news/402767

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

  1. Türchen: Arne Naudts

Arne Wer?

Das erste Türchen eines Adventskalenders hat viele Parallelen mit Naudts, denn ist dieses meist der Startschuss für die weihnachtliche Vorfreude und man weiß noch nicht, was einem am diesjährigen Weihnachtsfest erwarten kann. Obwohl Socken von der Oma sind auf alle Fälle gewiss. Auch die gemeinsame Zeit mit der Familie steht im Vordergrund bei diesem kuriosen Transfer.

Wir schreiben den 01.07.2019. Die Sonne brutzelt wie die rote Stadionwurst und Unterhaching ist mehr als überzeugt die Offensiv-Probleme der vergangenen Spielzeit mit der neuen belgischen Offensivwaffe Vergangenheit bleiben zu lassen. Denn nicht nur optisch überzeugt der 1,86m große Stürmer mit muskulösen zugehackten Armen, sondern auch sportlich scheint der Eindruck von Arne, der ablösefrei aus der zweiten niederländischen Liga von Helmond Sport in den Sportpark kam, Aufbruchstimmung auszulösen. So ließ der Haching Coach Claus Schromm verlauten, dass er einen Stürmer mit seinen Qualitäten noch nie trainiert habe. Obwohl auch Stephan Hain in seiner Truppe stand. Die Erwartungen waren groß. Und auch mein Bruder, der sich das ein oder andere Testspiel zu Gemüte führte, blies ins gleiche Horn und prognostizierte Naudts viele Tore in der kommenden Saison. 

Vier Wochen später musste der Wunschzettel wieder neu geschrieben werden, denn Naudts war kein Teil der Pläne von Claus Schromm mehr. Aber nicht aufgrund von Disziplin oder Fitness, sondern Heimweh plagte den Hoffnungsträger und seine Familie. „Arne kam auf uns zu und hat aus familiären Gründen um die Vertragsauflösung gebeten“, erklärte damals unser Präsi. Was hätte werden können, steht in den Sternen, „aber manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball“, gestand Manni. Und was lernen wir daraus? Haching gilt zwar für viele als Wohlfühloase, doch offensichtlich nicht für jeden und im Sinne des Weihnachtsfestes hoffe ich allen, denen es möglich ist, möglichst nah bei der Familie zu sein, wie auch immer diese für euch definiert ist.

Für Naudts ging die Karriere im Anschluss beim Lommel SK weiter, ehe es ihn nach Maastricht zog. Heute kickt der inzwischen 31-Jährige beim KFC Dessel Sport in der dritten belgischen Liga (obwohl ich ein Vollzeitstudium benötigen würde, um das dortige Ligensystem zu überblicken).

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

Auf geht‘s Haching!

Feschion by Armoney-Schwabl ©

Servus mitanand,

besonders schwere Zeiten erfordern Leichtigkeit und Humor, um die Hoffnung nicht zu verlieren und optimistisch zu bleiben. Spielt unsere mentale Einstellung zu Rückschlägen, wie im vorigen Artikel erklärt, doch die entscheidende Rolle für die Zukunft. Und so wird, nach unreifer Überlegung, ein brandneues Format hier sein Debüt feiern: Feschion by ArmoneySchwabl ©

Unterhaching im gleichen Atemzug mit Mode und Geschmack zu erwähnen, gleicht dem Versuch einem Neapolitaner die Idee einer Ananas auf einer Pizza näherzubringen. Sind Lederhosn, die durchaus als fesch-ion bezeichnet werden können, doch das höchste der Gefühle. Doch was tragen unsere Stars und Sternchen, wenn sie nicht gerade einen Hauch von Nichts aus Polyester und Elastan überstreifen oder ihren Unterleib mit der makellosen Haut verstorbener Tiere verdecken? Und noch viel mehr, was möchten sie uns damit sagen? Denn Mode ist nicht nur die Kunst, sich selbst neu zu erfinden, sondern spiegelt sich durch den untrennbaren Geschmacks des Individuums wider, der das Streben nach Schönheit markiert, oft auch ohne sich zu fragen, ob andere diese Schönheit auch sehen. 

1. Ausgabe Manni Schwabl

Kein anderer Mensch, als meine Muse höchstpersönlich, hat es sich mehr verdient, die erste Ausgabe dieses mehr als vielversprechendes Formats zu bekleiden. Nicht nur als Gesicht unserer Spielvereinigung glänzt Manfred „Manni“ Schwabl mit Konstanz, nein, auch seine Ensembles im Kleiderschrank erinnern hinsichtlich ihres Abwechslungsreichtums mehr an Homer Simpson, als an Lady Gaga. Schließe ich meine Augen und manifestiere Manni Hals-abwärts sehe ich einen dunkelblauen Pullover über dem ikonischen „tailored fit“ hellblauen Hemd und weiter unten eine dunkle Jeans. Dass es sich bei einem stilbewussten Mann seines Kalibers bei der Komposition nicht um reinen Zufall handelt, liegt auf der Hand, denn modische Entgleisungen sucht man beim bayrischen Geschäftsmann vergebens, obwohl er, wie Thomas Gottschalk, in seiner aktiven Karriere im Mittelfeld viele Gegenspieler dienstlich berührt hat. Der Eye-Catcher war über viele Jahre hinweg das, durch den Konsum seines Lieblingsgetränks (Weizenbier Anm. d. Red.) erwachsene, Bäuchlein, welchem er inzwischen durch stahlharte Disziplin entgegenzuwirken versucht. 

Doch auch Überraschungen schlummern im Kleiderschrank des Holzkirchners. So verändert er je nach Jahreszeit die Anzahl an Schichten, die seinen Oberkörper schmücken. Im Winter mal mit Softshell Jacke oder im Sommer (total en vogue) im Polohemd. Man muss die Bilder nur auf sich wirken lassen. 

Es wird also offensichtlich, dass Manni schon seit langer Zeit die Haute-Couture zur Alltagsmode macht, denn sein Stil schafft mühelos den dreibeinigen Spagat zwischen Minimalismus, Avantgarde und Vintage und seine, unscheinbar wirkenden, Zusammenstellungen werden zu expressionistischer Kunst, die sein Wesen zwischen Bodenständigkeit, Business und Sport repräsentieren.

Weiter so, Präsi!

Wir lesen uns bald wieder!

Auf geht‘s Haching!

MoneySchwabl und die Suche nach einem Dreier oder der Spagat zwischen Stallgeruch und Neuanfang

Servus mitanand,

Emotionen sind ein mächtiger Faktor in unserem Leben. Sie beeinflussen, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, formen unsere Einstellungen und prägen unsere Haltungen. Für die Fans von SpVgg Unterhaching sind Emotionen nicht nur die rot-blaue Glückseligkeit nach 12 Weißbier, sondern oft auch eine Quelle des Leidens – die Wurzel einer leidenschaftlichen Bindung, die ebenso viel Trost wie Schmerz bringt, sozusagen die doppelte Natur der Fanliebe. Psychologisch betrachtet tragen Emotionen die Macht, unsere Wahrnehmung zu verzerren: Erfolge verleiten uns zu Euphorie, Niederlagen zur Schwarzmalerei. Doch Emotionen alleine lenken uns nicht – vielmehr formen sich Haltungen und Ansichten oft durch soziale Interaktion, kollektive Erlebnisse oder schierer Lebenserfahrung. Hier nimmt das Fansein eine zentrale Rolle ein: Als Anhänger identifizieren wir uns mit einem Verein, und die Kämpfe auf dem Platz werden zu unseren eigenen. Für leidenschaftliche Fußball-Fans bedeutet das: bedingungslose Hingabe und ein unerschütterlicher Glaube, der trotz sportlicher Rückschläge überdauert.

Im Falle eines Haching-Fans bedeutet das auch, ein hohes Maß an Leidensfähigkeit zu entwickeln. Diese emotionale Bindung ist von Nostalgie geprägt – von einer Erinnerung an vergangene Erfolge, an Zeiten, in denen Haching sich einen Namen gemacht hat, das Dorf in der Bundesliga, der ewige deutsche Hallenmeister. Doch in schwierigen Phasen kann die emotionale Wahrnehmung auch trügen: Wo Fans Engagement und Kampfgeist sehen, könnten außenstehende Beobachter Schwächen und Rückschläge erkennen. Objektivität und Fanliebe kommen selten unter einen Hut. Ein solcher Blick auf die aktuelle sportliche Krise fordert jedoch genau das: Distanz zu den eigenen Erwartungen und ein nüchterner Blick auf die Tatsachen.

Fußball lebt von Emotionen – von dem Gefühl, ein Spiel mitzureißen und die Dynamik auf dem Platz mit dem Herzen zu spüren. Diese „gefühlte Wahrheit“ gibt Fans das Gefühl, jeden Pass, jede Aktion und jede Chance im eigenen Team widerzuspiegeln. Doch diese Wahrnehmung kann täuschen. Wissenschaftlich betrachtet unterliegt unsere Wahrnehmung starken Verzerrungen, wenn Emotionen involviert sind. Der sogenannte *Confirmation Bias* – die Neigung, Informationen so zu interpretieren, dass sie unsere eigenen Erwartungen und Überzeugungen bestätigen – tritt hier häufig auf. Ein AFD-Wähler neigt dazu auf Nachrichten, die ein rassistisches Weltbild bestätigen, mit Wohlwollen zu reagieren, hingegen auf Nachrichten, die Weltoffenheit suggerieren, mit Hass. Ein Fan wiederum neigt dazu, die positiven Aktionen seines Teams zu überschätzen und Fehler der Gegner zu übersehen.

Daher gibt es im modernen Fußball zunehmend den Blick auf harte Daten und Statistiken wie Expected Goals (xG), Expected Goals Against (xGA) und Expected Points (xP), die uns eine objektive Grundlage geben, um die Leistung einer Mannschaft zu bewerten. Wo Fans vielleicht „dominanten Fußball“ gespürt haben, zeigen xG und Ballbesitzstatistiken oft ein anderes Bild. Diese statistischen Werte bringen die kalte Realität zurück: xG ermittelt, wie viele Tore ein Team im Durchschnitt auf Basis seiner Chancen hätte erzielen sollen, während xGA die Qualität der gegnerischen Chancen bewertet.

Um die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Mannschaft zu bewerten, ist daher eine nüchterne Analyse mit Hilfe von Statistiken unverzichtbar – auch wenn das für Fans manchmal schwer zu akzeptieren ist. Nach mittlerweile 9 Spielen ohne Sieg ist es in der Vorstadt immer noch schwer zu akzeptieren, dass die sportliche Krise längst zur Realität geworden ist. Das liegt bei vielen und auch bei mir am positiven Gesamtbild unserer Spielvereinigung der vergangenen Zeit, wir sind Opfer unserer emotionalen Wahrnehmung. Der Stallgeruch, inklusive der Besetzung des Sportdirektorpostens und der Cheftrainerwahl, die Aufbruchstimmung, inklusive dem möglichen Stadionkauf (sollte dieser überhaupt möglich sein), das soziale Engagement, inklusive Tränen beim Einlauf gegen die Blauen, oder die Mannschaft per se, inklusive junger Wilder und erfahrener Sympathieträger – all diese Punkte, und viele mehr, lassen es zu, die Ergebnisse der vergangenen Wochen nicht zu dramatisieren. 

Um die Ergebnisse nüchtern zu betrachten, was besonders am Wochenende schwierig ist, muss ich mich von meiner emotionalen Verbundenheit zu Rot-Blau lösen und bei Magenta oft drei Mal erneut die Wiedergabe einer Partie erleben, als wäre ich Tom Cruise in Edge of Tomorrow. In diesen Analysen, die ich hauptsächlich für diesen Blog erarbeite, lassen sich dann natürlich auch viele Kritikpunkte finden. Aber dieser Artikel soll sich nicht darauf verstehen, den Finger in die Wunde zu legen, oder Gründe für die aktuelle Phase des Misserfolgs zu finden. Diese sind erstens unmöglich aufzuzählen und zweitens bin ich überzeugt, dass Trainerteam und Mannschaft selbst viel Zeit damit verbringen diese Gründe zu identifizieren. Beispielhaft sind es, neben den bitteren Verletzungen von Ihorst und Knipping, Dinge, wie die fehlende Tiefe im Angriffsspiel, zu schnelle und unnötige Ballverluste nach Ballgewinnen, falsche Entscheidungen, oder einfach individuelle Fehler. Und die ungeschminkte Wahrheit, wie sie uns Rena Schwabl auch aus dem Leben einer Spielerfrau zeigt, lässt wenig Optimismus aufkommen: die blanken Zahlen, die unsere Offensiv- und Defensivleistung einordnen.

Bei den XG (erwarteten Toren) liegen wir im Gesamtvergleich der 3. Liga mit Chancen für 1,15 Toren pro Spiel auf dem vorletzten Platz. Selbst zu Hause im Sportpark, der die letzten Jahren zur Festung avancierte, gibt es durchschnittlich Tormöglichkeiten für 1,31 Tore, was auch lediglich für Platz 16 im Ligavergleich reicht. Auswärts sind wir mit 0,96 xG pro Spiel die zweit-harmloseste Mannschaft dieser Saison. Der Lichtblick ist der heutige Gegner, denn die Zweitvertretung von Stuttgart ist die Mannschaft, die sogar uns unterbieten kann. Defensiv sieht es ähnlich aus: Bei Reisen in die Fremde kann erwartet werden, dass wir mit 2,04 Toren im Gepäck zurück nach Haching fahren. Zu Hause liegen wir auf dem 10. Platz im Mittelfeld, also verteidigen dahoam stabiler. Mit diesen Zahlen können auch weitere Spielereien wie die Tabelle nach expected Points erstellt werden: https://www.liga3-online.de/expected-points-wie-die-tabelle-eigentlich-aussehen-muesste-november-2024/ 

Nun soll dieser Artikel nicht zum Schwarz-Malen oder kollektiven Pessimismus verleiten, sondern einen Wunsch für die Spielweise, den wohl die meisten in sich tragen, formulieren. Nach den vielen Transfers ist allen klar, dass es gerade eines Spagats zwischen Stallgeruch (also auch der Jugendförderung) und Neuanfang bedarf. Denn wenn ich mich an die Zeiten des Aufbruchs und die letzten beide Jahren erinnere und besonders mit dem heutigen Auftreten vergleiche, ist der kollektive Aspekt unseres Spiels etwas abhanden gekommen. Das bedeutet nicht, dass man zum Reißbrett zurück kehren muss, um eine Einheit zu formen, denn die Grundlagen, wie Wille und Laufbereitschaft, sind absolut bei allen vorhanden. Dennoch sind die Wagner‘schen Grundprinzipien, die Basis unseres sportlichen Erfolgs, nicht mehr die Grundlage. Dieses eklige Verteidigen, diese gnadenlose Zweikampfführung und das kollektive Verteidigen als Einheit auf dem Platz. Ich freue mich auch über geile Offensivaktionen, wie Passstafetten oder Dribblings. Doch noch viel befriedigender fand ich die Mutlosigkeit in den Augen der Gegner, die nach den ersten Zweikämpfen schon keinen Bock mehr hatten gegen die Vorstädter Fußball zu spielen. Und das ist es, was ich mir von der Mannschaft wieder erwarten möchte. Alleine durch unsere Stellung im Profifußball und der damit verbundenen Nahrungskette verlieren wir ohnehin ständig unsere talentiertesten Spieler und finanzieren so das Überleben, sodass Haching niemals über individuelle Klasse erfolgreich sein wird. Viel mehr wenn auch unsere Spieler ihre Klasse in den Dienst der Mannschaft stellen, denn keiner aus der Mannschaft muss die Spielvereinigung auf den eigenen Schultern tragen, aber jeder muss füreinander immer alles geben. So entsteht Selbstbewusstsein und dieses sorgt dafür, dass man sich ein Herz fasst und es auch in der Offensive wieder läuft.

Somit liegt es an jedem im Verein, egal ob Spieler, Trainerteam oder Fan, die eigenen Reaktionen auf die vergangenen Niederschläge, auf die Emotionen, die mitgenommen werden, zu reflektieren. Denn es gilt zu verhindern, weder in eine rot-blauäugige Bewertung durch den allgemeinen Optimismus, noch in einen kräftezehrenden Pessimismus, der jedes Spiel schwieriger scheinen lässt, obwohl es wie immer mit einem 0:0 eröffnet wird, zu verfallen. 

Ich bleibe optimistisch, auch wenn es heute gegen einen vermeintlich einfachen Gegner nicht klappen sollte, den Bock umzustoßen. Die dritte Liga ist verflixt und alle können an einem guten Tag jeden schlagen und ich spüre, dass heute genau so ein guter Tag ist und ich hoffe, dass bis zur Winterpause noch einige folgen.

Wir lesen uns bald wieder.

Auf geht‘s Haching!