MoneySchwabl Adventskalender

Servus mitanand,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon ist die Adventszeit da, jene magische Periode, in der Menschen panischer Einkäufe tätigen als Bundesliga Manager am Deadline-Day und Jörg aus der Buchhaltung nach dem sechsten Glühwein seine deutsche Hüfte schwingt. Adventskalender öffnen dabei eine eigene Dimension des Zaubers: Türchen um Türchen kämpft man sich durch, in der Hoffnung, dass sich hinter einem Türchen des Bayernlos-Adventskalenders die sehnsüchtig erwartete Frührente verbirgt. Doch ob Schoki, Beauty-Produkte oder Mini-Spirituosen – der Kalender ist längst zum ultimativen Spiegel unserer Konsumgesellschaft geworden. Besinnlichkeit in 24 Häppchen, bei denen sich die wahre Frage stellt: Was machen wir eigentlich an den restlichen 341 Tagen?

Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

5. Türchen: Marc Nygaard

Das fünfte Türchen geht wieder zurück in den legendären Transfersommer 2010, als Unterhaching, neben dem bereits vorgestellten Gunnlaugsson, einen noch imposanteren Stürmer für den 3. Liga-Kader von Augenthaler gewinnen konnte. Den großen Mann für die kleinen Momente: Marc Nygaard. Doch beginnen wir am Anfang.

Marc Nygaards Karriere war geprägt von einer Vielzahl internationaler Stationen, die von Dänemark über die Niederlande, Italien, England bis nach Deutschland führten. Besonders bei Randers FC in der dänischen Superliga blühte er auf, erzielte in der Saison 2008/09 beeindruckende 16 Ligatore und empfahl sich als kopfballstarker Strafraumspieler mit internationaler Erfahrung. Genau diese Qualitäten ließen die Fans der Vorstädter hoffen, als der Däne 2010 verpflichtet wurde. Mit seiner imposanten Größe und dem Ruf, entscheidende Treffer erzielen zu können, galt er als Hoffnungsträger für eine Mannschaft, die nach Offensivpower suchte.

Es gibt Fußballer, die schreiben Geschichte – und dann gibt es jene, die einfach nur den Spielbericht füllen. Bei Marc Nygaard, dem 1,96 Meter großen dänischen Sturmtank, schien in der Saison 2010/11 bei Haching eher Zweiteres der Fall gewesen zu sein. Drei Tore in der gesamten Saison gelangen dem Langen, sechs Scorerpunkte – und das bei einem Spieler, der in der Luft so dominant sein sollte wie ein Stiefler gegen Grundschüler. Doch manchmal scheitert auch der größte Turm an einem Bauern.  

Besonders kurios: Zwei seiner sechs Scorerpunkte sammelte Nygaard ausgerechnet bei der denkwürdigen 2:7-Niederlage gegen Hansa Rostock. Während sich der Rest der Mannschaft defensiv im kollektiven Tiefschlaf befand, steuerte der Däne immerhin einen Hauch Offensivgeist bei. Mit einem Tor und einer Vorlage zeigte er in diesem Spiel, dass er durchaus in der Lage war, aufzufallen – wenn auch leider zur falschen Gelegenheit. Es war, als hätte er kurz aufblitzen lassen wollen, wofür er eigentlich geholt wurde: Präsenz, Wucht und Kopfballstärke. Doch am Ende blieben es nur Zahlen in einer bitteren Niederlage, die selbst im Archiv von unserhaching eher gemieden wird.  

Generell lief die Saison für Nygaard wie ein Kopfball gegen den Pfosten. Während man von einem Spieler seiner Statur erwartet, dass er mindestens in der dritten Liga für Angst und Schrecken sorgt, musste der Däne häufiger verletzungsbedingt passen. Muskuläre Probleme im Oberschenkel und das ein oder andere Wehwehchen hielten ihn davon ab, wirklich durchzustarten. Und wenn er auf dem Platz stand, war er meist so präsent wie eine Giraffe im Nebel.  

Am Ende seiner Hachinger Zeit bleibt Marc Nygaard vor allem als Symbol für die alte Fußballweisheit in Erinnerung: Größe allein gewinnt keine Spiele. Und wie so oft im Fußball passten Anspruch und Wirklichkeit nicht recht zusammen – und Nygaard wurde eher zur Anekdote als zur Legende in Haching.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

Auf geht‘s Haching!

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das Jahr neigt sich dem Ende zu und schon ist die Adventszeit da, jene magische Periode, in der Menschen panischer Einkäufe tätigen als Bundesliga Manager am Deadline-Day und Jörg aus der Buchhaltung nach dem sechsten Glühwein seine deutsche Hüfte schwingt. Adventskalender öffnen dabei eine eigene Dimension des Zaubers: Türchen um Türchen kämpft man sich durch, in der Hoffnung, dass sich hinter einem Türchen des Bayernlos-Adventskalenders die sehnsüchtig erwartete Frührente verbirgt. Doch ob Schoki, Beauty-Produkte oder Mini-Spirituosen – der Kalender ist längst zum ultimativen Spiegel unserer Konsumgesellschaft geworden. Besinnlichkeit in 24 Häppchen, bei denen sich die wahre Frage stellt: Was machen wir eigentlich an den restlichen 341 Tagen?

Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

4. Türchen: Markus Weinzierl

Der Beweis: Weinzierl im Einsatz für Unterhaching gegen seinen Ex-Klub

Für das vierte Türchen schreibt der Fußball eine der besten Kurzgeschichten. Markus Weinzierls Abstecher zur SpVgg Unterhaching ist eine davon – oder vielmehr ein Kapitel, das so schnell gelesen ist, dass man zweimal hinsehen muss, um sicherzugehen, dass es wirklich passiert ist. Vier Einsätze, keine Tore, ein Winterwechsel: Das war’s. Doch diese Episode war so prägnant, dass sie fast wie ein komödiantischer Zwischentitel in seiner Karriere wirkt.  

Aber machen wir uns nichts vor: Markus Weinzierl war mehr als nur ein Spieler für zwischendurch. Sein Weg durch die Fußballwelt begann in seiner Heimat Niederbayern, führte ihn über die Amateure des FC Bayern München und dann in die zweite Liga, wo er für die Stuttgarter Kickers auflief. Nach seinem kurzen Hachinger Intermezzo wurde Regensburg zu seiner Bühne – und bald darauf zu seiner Trainer-Wiege.  

Nach einer Knieverletzung, die seine aktive Karriere sehr früh beendete, kehrte er beim SSV Jahn an die Seitenlinie zurück, zunächst als Co-Trainer und ab 2008 als Chef. Dort bewies Weinzierl, dass er nicht nur auf dem Spielfeld Akzente setzen konnte. 2012 führte er den Jahn in die Zweite Liga und legte damit den Grundstein für seine Karriere in der Bundesliga. Als Trainer des FC Augsburg schrieb er eines der schönsten Kapitel seiner Laufbahn, die einer Kurzgeschichte entwachsen ist: Klassenerhalt, Aufstieg in die oberen Tabellenregionen und schließlich die historische Europa-League-Qualifikation.  

Natürlich waren nicht alle seiner Stationen von Erfolg gekrönt. Weder Schalke noch Stuttgart noch Nürnberg brachten das erhoffte Glück – aber das gehört zur Trainerlaufbahn dazu. Und wenn der Fußball eines gezeigt hat, dann das: aufgewärmte Semmeln sind immer gefragt und so ist Weinzierl seit diesem Sommer der sportliche Leiter des FC Bayern Campus, unserer Zweitvertretung sozusagen. 

Vielleicht war Unterhaching nur ein Prolog für Weinzierls wahres Wirken: das Trainerdasein. Aber irgendwie bleibt dieser Vier-Spiele-Ausflug ein Sinnbild für die Unberechenbarkeit des Fußballs. Man startet mit großen Plänen – und landet kurz darauf auf einer ganz anderen Bühne. Zumindest eines kann dabei gelernt werden: Selbst die kürzesten Kapitel können Teil einer großen Geschichte werden.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

Auf geht‘s Haching!

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

3. Türchen: Garðar Gunnlaugsson

Am Boden: Garðar Gunnlaugsson

Türchen drei, Stürmer drei. Der Transfersommer 2010 liest sich rückblickend wie ein schlimmer Fiebertraum, Markus Schwabl wird bestimmt ein Lied davon singen können. Und wer weiß, ob in diesem Adventskalender noch der ein oder andere ein prominentes Plätzchen verdient hat. 

Zurück zum isländischen Corpus Delicti. Gunnlaugsson kam als 28 Jähriger mit der Erfahrung aus der österreichischen Bundesliga, der schottischen Premiership, der schwedischen Allsvenskan, der bulgarischen A Grupa und nicht zuletzt aus der Champions League Quali. Gemeinsam mit Sturmpartnern Mijo Tunjic und Marc Nygaard soll Garðar für Klaus Augenthalers Offensive für mächtig Furore sorgen. Doch seine damalige Frau, Ásdís Rán Gunnarsdóttir, ihres Zeichens isländisches Supermodel und jüngst Präsidentschaftskandidatin, sorgte bei meinem damaligen jugendlichen Ich für mehr Furore. Bezeichnend dafür ist die Meldung des Münchner Merkurs aus dem Februar 2011: „Bei Gardar Gunnlaugsson ist endlich der Knoten geplatzt. Der längst als Fehleinkauf abgestempelte Stürmer hatte mit seinem wichtigen Führungstor gegen den VfR Aalen nach sieben Monaten Anlauf endlich Grund zur Freude.“

7 Monate dauerte es bis zu seinem ersten und einzigen Treffer für Unterhaching. Keine 5 Monate später war das Kapitel auch wieder zu Ende und Gunnlaugsson zog es, nach halbjähriger Vereinslosigkeit, zurück zu seinem isländischen Ausbildungsklub ÍA Akranes wo er es insgesamt auf 199 Spiele und 80 Tore brachte. Eine respektable Quote.

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

2. Türchen: Felix Schröter

Hinter dem zweiten Türchen, das dem ersten folgt wie ein Schatten, steht passenderweise ein Stürmer, der „der Schleicher“ genannt wurde. Ob dieser Spitzname für einen Fußballer nun mit den glanzvolleren wie „der Bomber“, „der Kannibale“ oder „der Lord“ mithalten kann und ob dieser als Selbst- oder Fremdbezeichnung entstanden ist, kann in diesem Format nicht geklärt werden. Doch der Schleicher, Felix Schröter, zeigt direkt auf, wie ein „Nicht-Ankommen“ bei einem Verein im Gegensatz zum gestrigen Stürmer auch funktionieren kann. Denn Schröter verbrachte nicht 38 Tage bei uns, sondern ganze zwei Jahre. Gespielt und getroffen hat er auch, zumindest im ersten Jahr. Felix Schröter steht deshalb sinnbildlich für Spieler, denen eine gute Karriere prognostiziert wurde und natürlich über die Maßen talentiert waren, aber nie so richtig im Profifußball angekommen sind. Der gebürtige Ulmer, der über Stuttgart und Hoffenheim den Weg in die Knappenschmiede fand, war eine der heißesten Aktien seines Jahrgangs. Unglaubliche 38 Scorer in 32 Spielen für die U19 von Schalke sprechen hier eine ganz eigene Sprache und sorgten auch direkt für die Meisterschaft in der A-Jugend, welche er gemeinsam mit Leroy Sane und Thilo Kehrer feiern konnte. Direkt im darauffolgenden Jahr wurde er dann von den Königsblauen nach Heidenheim verliehen (ja damals war Schalke besser). Dort konnte er sich bei Coach Frank Schmidt nicht durchsetzen und seine Zeit mündete in lediglich drei Kurzeinsätzen an der Brenz. Zurück in Gelsenkirchen kickte er für die zweite Mannschaft in der Regionalliga West, wobei auch hier der Knoten nicht platzen wollte, sodass Schröter einen Neuanfang bei Illertissen wagte. 16 Tore in 33 Spielen für den damals 22 Jährigen riefen Manni auf den Plan und der talentierte Stürmer sollte nun über Unterhaching endgültig im Profifußball ankommen. Die erste Saison in Rot-Blau war vielversprechend: 33 Spiele 8 Tore und 4 Assists, dazu der Klassenerhalt und Platz 11 in der dritten Liga. Die darauffolgende Saison gilt inzwischen als rotes Tuch in Hachinger Kreisen und der Durchbruch für Schröter im Profifußball erlitt einen weiteren Rückschlag. Der Schleicher hat sich für seinen weiteren Karriereweg nun komplett anders orientiert und wagte den Schritt nach Norwegen. Ausgenommen eines kurzen Abstechers in die USA zu den Tampa Bay Rowdies (haha) spielt der heute 28 Jährige noch immer für den FK Jerv in Norwegen. Wer etwas mehr darüber wissen möchte, sei der Artikel von transfermarkt ans Herz gelegt: https://www.transfermarkt.de/ex-s04-talent-schroter-innerlicher-druck-quot-und-neustart-in-norwegen-wollte-einfach-raus-quot-/view/news/402767

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

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Die Adventszeit ist also einerseits die Zeit der Besinnung um das Vergangene Revue passieren zu lassen und andererseits die des Ankommens (lat. advenire). Im Kontext dieses Blogs schwelgen wir also in der Geschichte der Spielvereinigung und stellen uns die Frage: Wer ist denn eigentlich nie so richtig angekommen in der Vorstadt?

  1. Türchen: Arne Naudts

Arne Wer?

Das erste Türchen eines Adventskalenders hat viele Parallelen mit Naudts, denn ist dieses meist der Startschuss für die weihnachtliche Vorfreude und man weiß noch nicht, was einem am diesjährigen Weihnachtsfest erwarten kann. Obwohl Socken von der Oma sind auf alle Fälle gewiss. Auch die gemeinsame Zeit mit der Familie steht im Vordergrund bei diesem kuriosen Transfer.

Wir schreiben den 01.07.2019. Die Sonne brutzelt wie die rote Stadionwurst und Unterhaching ist mehr als überzeugt die Offensiv-Probleme der vergangenen Spielzeit mit der neuen belgischen Offensivwaffe Vergangenheit bleiben zu lassen. Denn nicht nur optisch überzeugt der 1,86m große Stürmer mit muskulösen zugehackten Armen, sondern auch sportlich scheint der Eindruck von Arne, der ablösefrei aus der zweiten niederländischen Liga von Helmond Sport in den Sportpark kam, Aufbruchstimmung auszulösen. So ließ der Haching Coach Claus Schromm verlauten, dass er einen Stürmer mit seinen Qualitäten noch nie trainiert habe. Obwohl auch Stephan Hain in seiner Truppe stand. Die Erwartungen waren groß. Und auch mein Bruder, der sich das ein oder andere Testspiel zu Gemüte führte, blies ins gleiche Horn und prognostizierte Naudts viele Tore in der kommenden Saison. 

Vier Wochen später musste der Wunschzettel wieder neu geschrieben werden, denn Naudts war kein Teil der Pläne von Claus Schromm mehr. Aber nicht aufgrund von Disziplin oder Fitness, sondern Heimweh plagte den Hoffnungsträger und seine Familie. „Arne kam auf uns zu und hat aus familiären Gründen um die Vertragsauflösung gebeten“, erklärte damals unser Präsi. Was hätte werden können, steht in den Sternen, „aber manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball“, gestand Manni. Und was lernen wir daraus? Haching gilt zwar für viele als Wohlfühloase, doch offensichtlich nicht für jeden und im Sinne des Weihnachtsfestes hoffe ich allen, denen es möglich ist, möglichst nah bei der Familie zu sein, wie auch immer diese für euch definiert ist.

Für Naudts ging die Karriere im Anschluss beim Lommel SK weiter, ehe es ihn nach Maastricht zog. Heute kickt der inzwischen 31-Jährige beim KFC Dessel Sport in der dritten belgischen Liga (obwohl ich ein Vollzeitstudium benötigen würde, um das dortige Ligensystem zu überblicken).

Wir sehen uns beim nächsten Türchen.

Auf geht‘s Haching!

Feschion by Armoney-Schwabl ©

Servus mitanand,

besonders schwere Zeiten erfordern Leichtigkeit und Humor, um die Hoffnung nicht zu verlieren und optimistisch zu bleiben. Spielt unsere mentale Einstellung zu Rückschlägen, wie im vorigen Artikel erklärt, doch die entscheidende Rolle für die Zukunft. Und so wird, nach unreifer Überlegung, ein brandneues Format hier sein Debüt feiern: Feschion by ArmoneySchwabl ©

Unterhaching im gleichen Atemzug mit Mode und Geschmack zu erwähnen, gleicht dem Versuch einem Neapolitaner die Idee einer Ananas auf einer Pizza näherzubringen. Sind Lederhosn, die durchaus als fesch-ion bezeichnet werden können, doch das höchste der Gefühle. Doch was tragen unsere Stars und Sternchen, wenn sie nicht gerade einen Hauch von Nichts aus Polyester und Elastan überstreifen oder ihren Unterleib mit der makellosen Haut verstorbener Tiere verdecken? Und noch viel mehr, was möchten sie uns damit sagen? Denn Mode ist nicht nur die Kunst, sich selbst neu zu erfinden, sondern spiegelt sich durch den untrennbaren Geschmacks des Individuums wider, der das Streben nach Schönheit markiert, oft auch ohne sich zu fragen, ob andere diese Schönheit auch sehen. 

1. Ausgabe Manni Schwabl

Kein anderer Mensch, als meine Muse höchstpersönlich, hat es sich mehr verdient, die erste Ausgabe dieses mehr als vielversprechendes Formats zu bekleiden. Nicht nur als Gesicht unserer Spielvereinigung glänzt Manfred „Manni“ Schwabl mit Konstanz, nein, auch seine Ensembles im Kleiderschrank erinnern hinsichtlich ihres Abwechslungsreichtums mehr an Homer Simpson, als an Lady Gaga. Schließe ich meine Augen und manifestiere Manni Hals-abwärts sehe ich einen dunkelblauen Pullover über dem ikonischen „tailored fit“ hellblauen Hemd und weiter unten eine dunkle Jeans. Dass es sich bei einem stilbewussten Mann seines Kalibers bei der Komposition nicht um reinen Zufall handelt, liegt auf der Hand, denn modische Entgleisungen sucht man beim bayrischen Geschäftsmann vergebens, obwohl er, wie Thomas Gottschalk, in seiner aktiven Karriere im Mittelfeld viele Gegenspieler dienstlich berührt hat. Der Eye-Catcher war über viele Jahre hinweg das, durch den Konsum seines Lieblingsgetränks (Weizenbier Anm. d. Red.) erwachsene, Bäuchlein, welchem er inzwischen durch stahlharte Disziplin entgegenzuwirken versucht. 

Doch auch Überraschungen schlummern im Kleiderschrank des Holzkirchners. So verändert er je nach Jahreszeit die Anzahl an Schichten, die seinen Oberkörper schmücken. Im Winter mal mit Softshell Jacke oder im Sommer (total en vogue) im Polohemd. Man muss die Bilder nur auf sich wirken lassen. 

Es wird also offensichtlich, dass Manni schon seit langer Zeit die Haute-Couture zur Alltagsmode macht, denn sein Stil schafft mühelos den dreibeinigen Spagat zwischen Minimalismus, Avantgarde und Vintage und seine, unscheinbar wirkenden, Zusammenstellungen werden zu expressionistischer Kunst, die sein Wesen zwischen Bodenständigkeit, Business und Sport repräsentieren.

Weiter so, Präsi!

Wir lesen uns bald wieder!

Auf geht‘s Haching!

MoneySchwabl und die Suche nach einem Dreier oder der Spagat zwischen Stallgeruch und Neuanfang

Servus mitanand,

Emotionen sind ein mächtiger Faktor in unserem Leben. Sie beeinflussen, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, formen unsere Einstellungen und prägen unsere Haltungen. Für die Fans von SpVgg Unterhaching sind Emotionen nicht nur die rot-blaue Glückseligkeit nach 12 Weißbier, sondern oft auch eine Quelle des Leidens – die Wurzel einer leidenschaftlichen Bindung, die ebenso viel Trost wie Schmerz bringt, sozusagen die doppelte Natur der Fanliebe. Psychologisch betrachtet tragen Emotionen die Macht, unsere Wahrnehmung zu verzerren: Erfolge verleiten uns zu Euphorie, Niederlagen zur Schwarzmalerei. Doch Emotionen alleine lenken uns nicht – vielmehr formen sich Haltungen und Ansichten oft durch soziale Interaktion, kollektive Erlebnisse oder schierer Lebenserfahrung. Hier nimmt das Fansein eine zentrale Rolle ein: Als Anhänger identifizieren wir uns mit einem Verein, und die Kämpfe auf dem Platz werden zu unseren eigenen. Für leidenschaftliche Fußball-Fans bedeutet das: bedingungslose Hingabe und ein unerschütterlicher Glaube, der trotz sportlicher Rückschläge überdauert.

Im Falle eines Haching-Fans bedeutet das auch, ein hohes Maß an Leidensfähigkeit zu entwickeln. Diese emotionale Bindung ist von Nostalgie geprägt – von einer Erinnerung an vergangene Erfolge, an Zeiten, in denen Haching sich einen Namen gemacht hat, das Dorf in der Bundesliga, der ewige deutsche Hallenmeister. Doch in schwierigen Phasen kann die emotionale Wahrnehmung auch trügen: Wo Fans Engagement und Kampfgeist sehen, könnten außenstehende Beobachter Schwächen und Rückschläge erkennen. Objektivität und Fanliebe kommen selten unter einen Hut. Ein solcher Blick auf die aktuelle sportliche Krise fordert jedoch genau das: Distanz zu den eigenen Erwartungen und ein nüchterner Blick auf die Tatsachen.

Fußball lebt von Emotionen – von dem Gefühl, ein Spiel mitzureißen und die Dynamik auf dem Platz mit dem Herzen zu spüren. Diese „gefühlte Wahrheit“ gibt Fans das Gefühl, jeden Pass, jede Aktion und jede Chance im eigenen Team widerzuspiegeln. Doch diese Wahrnehmung kann täuschen. Wissenschaftlich betrachtet unterliegt unsere Wahrnehmung starken Verzerrungen, wenn Emotionen involviert sind. Der sogenannte *Confirmation Bias* – die Neigung, Informationen so zu interpretieren, dass sie unsere eigenen Erwartungen und Überzeugungen bestätigen – tritt hier häufig auf. Ein AFD-Wähler neigt dazu auf Nachrichten, die ein rassistisches Weltbild bestätigen, mit Wohlwollen zu reagieren, hingegen auf Nachrichten, die Weltoffenheit suggerieren, mit Hass. Ein Fan wiederum neigt dazu, die positiven Aktionen seines Teams zu überschätzen und Fehler der Gegner zu übersehen.

Daher gibt es im modernen Fußball zunehmend den Blick auf harte Daten und Statistiken wie Expected Goals (xG), Expected Goals Against (xGA) und Expected Points (xP), die uns eine objektive Grundlage geben, um die Leistung einer Mannschaft zu bewerten. Wo Fans vielleicht „dominanten Fußball“ gespürt haben, zeigen xG und Ballbesitzstatistiken oft ein anderes Bild. Diese statistischen Werte bringen die kalte Realität zurück: xG ermittelt, wie viele Tore ein Team im Durchschnitt auf Basis seiner Chancen hätte erzielen sollen, während xGA die Qualität der gegnerischen Chancen bewertet.

Um die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Mannschaft zu bewerten, ist daher eine nüchterne Analyse mit Hilfe von Statistiken unverzichtbar – auch wenn das für Fans manchmal schwer zu akzeptieren ist. Nach mittlerweile 9 Spielen ohne Sieg ist es in der Vorstadt immer noch schwer zu akzeptieren, dass die sportliche Krise längst zur Realität geworden ist. Das liegt bei vielen und auch bei mir am positiven Gesamtbild unserer Spielvereinigung der vergangenen Zeit, wir sind Opfer unserer emotionalen Wahrnehmung. Der Stallgeruch, inklusive der Besetzung des Sportdirektorpostens und der Cheftrainerwahl, die Aufbruchstimmung, inklusive dem möglichen Stadionkauf (sollte dieser überhaupt möglich sein), das soziale Engagement, inklusive Tränen beim Einlauf gegen die Blauen, oder die Mannschaft per se, inklusive junger Wilder und erfahrener Sympathieträger – all diese Punkte, und viele mehr, lassen es zu, die Ergebnisse der vergangenen Wochen nicht zu dramatisieren. 

Um die Ergebnisse nüchtern zu betrachten, was besonders am Wochenende schwierig ist, muss ich mich von meiner emotionalen Verbundenheit zu Rot-Blau lösen und bei Magenta oft drei Mal erneut die Wiedergabe einer Partie erleben, als wäre ich Tom Cruise in Edge of Tomorrow. In diesen Analysen, die ich hauptsächlich für diesen Blog erarbeite, lassen sich dann natürlich auch viele Kritikpunkte finden. Aber dieser Artikel soll sich nicht darauf verstehen, den Finger in die Wunde zu legen, oder Gründe für die aktuelle Phase des Misserfolgs zu finden. Diese sind erstens unmöglich aufzuzählen und zweitens bin ich überzeugt, dass Trainerteam und Mannschaft selbst viel Zeit damit verbringen diese Gründe zu identifizieren. Beispielhaft sind es, neben den bitteren Verletzungen von Ihorst und Knipping, Dinge, wie die fehlende Tiefe im Angriffsspiel, zu schnelle und unnötige Ballverluste nach Ballgewinnen, falsche Entscheidungen, oder einfach individuelle Fehler. Und die ungeschminkte Wahrheit, wie sie uns Rena Schwabl auch aus dem Leben einer Spielerfrau zeigt, lässt wenig Optimismus aufkommen: die blanken Zahlen, die unsere Offensiv- und Defensivleistung einordnen.

Bei den XG (erwarteten Toren) liegen wir im Gesamtvergleich der 3. Liga mit Chancen für 1,15 Toren pro Spiel auf dem vorletzten Platz. Selbst zu Hause im Sportpark, der die letzten Jahren zur Festung avancierte, gibt es durchschnittlich Tormöglichkeiten für 1,31 Tore, was auch lediglich für Platz 16 im Ligavergleich reicht. Auswärts sind wir mit 0,96 xG pro Spiel die zweit-harmloseste Mannschaft dieser Saison. Der Lichtblick ist der heutige Gegner, denn die Zweitvertretung von Stuttgart ist die Mannschaft, die sogar uns unterbieten kann. Defensiv sieht es ähnlich aus: Bei Reisen in die Fremde kann erwartet werden, dass wir mit 2,04 Toren im Gepäck zurück nach Haching fahren. Zu Hause liegen wir auf dem 10. Platz im Mittelfeld, also verteidigen dahoam stabiler. Mit diesen Zahlen können auch weitere Spielereien wie die Tabelle nach expected Points erstellt werden: https://www.liga3-online.de/expected-points-wie-die-tabelle-eigentlich-aussehen-muesste-november-2024/ 

Nun soll dieser Artikel nicht zum Schwarz-Malen oder kollektiven Pessimismus verleiten, sondern einen Wunsch für die Spielweise, den wohl die meisten in sich tragen, formulieren. Nach den vielen Transfers ist allen klar, dass es gerade eines Spagats zwischen Stallgeruch (also auch der Jugendförderung) und Neuanfang bedarf. Denn wenn ich mich an die Zeiten des Aufbruchs und die letzten beide Jahren erinnere und besonders mit dem heutigen Auftreten vergleiche, ist der kollektive Aspekt unseres Spiels etwas abhanden gekommen. Das bedeutet nicht, dass man zum Reißbrett zurück kehren muss, um eine Einheit zu formen, denn die Grundlagen, wie Wille und Laufbereitschaft, sind absolut bei allen vorhanden. Dennoch sind die Wagner‘schen Grundprinzipien, die Basis unseres sportlichen Erfolgs, nicht mehr die Grundlage. Dieses eklige Verteidigen, diese gnadenlose Zweikampfführung und das kollektive Verteidigen als Einheit auf dem Platz. Ich freue mich auch über geile Offensivaktionen, wie Passstafetten oder Dribblings. Doch noch viel befriedigender fand ich die Mutlosigkeit in den Augen der Gegner, die nach den ersten Zweikämpfen schon keinen Bock mehr hatten gegen die Vorstädter Fußball zu spielen. Und das ist es, was ich mir von der Mannschaft wieder erwarten möchte. Alleine durch unsere Stellung im Profifußball und der damit verbundenen Nahrungskette verlieren wir ohnehin ständig unsere talentiertesten Spieler und finanzieren so das Überleben, sodass Haching niemals über individuelle Klasse erfolgreich sein wird. Viel mehr wenn auch unsere Spieler ihre Klasse in den Dienst der Mannschaft stellen, denn keiner aus der Mannschaft muss die Spielvereinigung auf den eigenen Schultern tragen, aber jeder muss füreinander immer alles geben. So entsteht Selbstbewusstsein und dieses sorgt dafür, dass man sich ein Herz fasst und es auch in der Offensive wieder läuft.

Somit liegt es an jedem im Verein, egal ob Spieler, Trainerteam oder Fan, die eigenen Reaktionen auf die vergangenen Niederschläge, auf die Emotionen, die mitgenommen werden, zu reflektieren. Denn es gilt zu verhindern, weder in eine rot-blauäugige Bewertung durch den allgemeinen Optimismus, noch in einen kräftezehrenden Pessimismus, der jedes Spiel schwieriger scheinen lässt, obwohl es wie immer mit einem 0:0 eröffnet wird, zu verfallen. 

Ich bleibe optimistisch, auch wenn es heute gegen einen vermeintlich einfachen Gegner nicht klappen sollte, den Bock umzustoßen. Die dritte Liga ist verflixt und alle können an einem guten Tag jeden schlagen und ich spüre, dass heute genau so ein guter Tag ist und ich hoffe, dass bis zur Winterpause noch einige folgen.

Wir lesen uns bald wieder.

Auf geht‘s Haching!

MoneySchwabls Analyse SpVgg Unterhaching – Rot Weiß Essen

Servus mitanand, 

halb Fußballdeutschland ist spätestens seit der diesjährigen Europameisterschaft einem Ohrwurm anheimgefallen. Ob unter der Dusche oder auf dem Nachhauseweg aus der Lieblings-Boazn, die Kriminalisierung des Abbrennens pyrotechnischer Gegenstände wird musikalisch in Frage gestellt. Dass es sich bei dieser Thematik um eine langjährige Grundsatzdiskussion handelt, ist hinlänglich bekannt und diese Diskussion ob der Sinnhaftigkeit dieser optischen Supportunterstützung sprengt nicht nur den Rahmen dieses Blogs, sondern ist zudem noch älter als Van Halens „Jump“ als Einlaufmusik. 

Deshalb verliere ich hierzu nur wenige Sätze, die meine subjektive Meinung zu diesem Thema verdeutlichen sollen und dass es hierbei natürlich diverse andere sinnvolle Argumente für beide Seiten gibt, ist als selbstverständlich zu betrachten. Ich persönlich finde Pyroshows einfach oft ästhetisch und beeindruckend. Natürlich sind Rauchtöpfe, Bengalos et cetera gesundheitsschädlich und können unter Umständen, allen voran der verantwortungslose Gebrauch dieser, gefährlich sein. Soweit ist dies in der Silvesternacht nicht anders. Hier möchte ich anmerken, dass der Sinn von Böllern, unabhängig des Kontextes, ohnehin ein Rätsel bleibt und für nichts als einen Schreckmoment des näheren Umfeldes sorgt. Der Grund dafür, dass Pyrotechnik, im Kontext Fußball, manchmal unkontrolliert, manchmal verantwortungslos abgebrannt wird, liegt einzig an der Existenz des Verbots, denn wäre es Kurven gestattet, beispielsweise in bestimmten Bereichen des Blocks Pyro zu zünden, könnte dieser Prozess organisiert werden und Schäden des Umfelds minimiert werden. Und paradoxerweise nutzen DFB, DFL und die jeweiligen Vereine, trotz Sanktionen gegen Gruppen, Kurven und Individuen, dann die entstandenen Bilder aus Choreographien für die Auslandsvermarktung, denn die Stimmung in deutschen Stadien lässt sich brillant verkaufen. Ähnlich wie bei der Entkriminalisierung von Cannabis sollte es die Verantwortlichen zu einem Paradigmenwechsel bezüglich Pyrotechnik bewegen, denn gezündet wird weiterhin und die Fans können am Besten geschützt werden, wenn den Kurven die Möglichkeit gegeben wird, die Aktionen anzumelden, zu kontrollieren und so dann schöne Bilder zu kreieren ohne Gefährdung für Dritte und Sanktionen für den Verein zu verursachen.

Und bevor wir uns dem Geschehen auf dem Platz widmen, müssen wir dennoch über die Geschehnisse rund um den Boykott der aktiven Fanszene der Spielvereinigung sprechen. Beim Heimspiel gegen Rot-Weiß Essen gab es nämlich keine Unterstützung aus der Südtribüne. 

Wieso? Die harten Fakten sind für mich hanebüchen. In den unzähligen Stunden meines Lebens, die ich auf der Südtribüne verbracht habe, kann ich die Pyroaktionen der Heimfans an wahrscheinlich zwei Händen abzählen, sodass bei Haching der Diskurs einer Gefährdungslage durch die aktive Szene obsolet ist. Unterhaching, wie auf den Spruchbändern auch zu lesen war, dient als Übungsplatz der Einsatzkräfte. Von Hochrisikospielen ohne Risiko, über Kollektivkontrollen, bis hinzu Übungen unter der Woche am Parkplatz, hier können sich Polizisten auf den Ernstfall vorbereiten. Und jeder, der jemals in den Genuss einer Fortbildung gekommen ist, die einen dermaßen motiviert all das Gelernte in die Praxis umzusetzen, kann die Polizisten nachvollziehen. Leider nur macht der Gelernte Inhalt in Unterhaching meist wenig Sinn. So kam es nach dem ersten Heimspiel dieser Saison und der damit verbundenen Choreografie zum Einlauf der Mannschaften zur Forderung der Polizei, dass zukünftig im Heimbereich keine Banner mehr angebracht werden dürften, damit die Kurve mit Argusaugen beobachtet werden kann. Scheinbar konnte im weiteren Verlauf der Verein vereinbaren, dass zwar Banner aufgehängt werden dürfen, jedoch Sichtfenster zur Kontrolle der Kurve freigelassen werden sollen. In meinen Argusaugen ist dies eine völlig überzogene Maßnahme und es bleibt zu hoffen, dass es diesbezüglich zu einer schnellen Einigung kommt, um die eigentlich positive Stimmung im Sportpark in den letzten beiden Jahren nicht im Keim zu ersticken, wie es ein Rauchtopf machen würde. 

Exkurs: Der Zufall als heimlicher Spielmacher – Wie Fortuna und Big Data den Fußball aufmischen

Dieser Exkurs ist an alle gerichtet, die die ersten zehn Minuten der Partie gegen Essen aufmerksam verfolgt haben oder die Möglichkeit haben sich diese über Magenta erneut anzutun, denn wer nach diesen Sequenzen nicht an Zufälle glaubt, glaubt auch, dass die aktuelle Champions League Reform, den kleineren Klubs einen Vorteil verschafft.

An der Deutschen Sporthochschule Köln hat man den Fußball gründlich unter die Lupe genommen und herausgefunden, was wir schon lange vermutet haben: Der wahre Spielmacher auf dem Platz ist der Zufall. Während sich Trainer und Analysten über taktische Finessen und ausgeklügelte Spielzüge den Kopf zerbrechen, zeigt eine Studie des Instituts für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, dass es oft Fortuna, nicht die aus dem letztjährigen DFB Pokal-Spiel, ist, die den Ball ins Netz befördert – oder eben auch nicht.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Memmert wurde die bislang größte Big-Data-Studie zum Thema Zufall im Profifußball durchgeführt. Die Forscher analysierten stolze 7.263 Tore aus der englischen Premier League und stellten fest: Fast jedes zweite Tor (46%) war das Ergebnis eines zufälligen Ereignisses. Da fliegt der Ball nicht geplant ins Tor, sondern weil er vom Pfosten zurückprallt oder ein Abwehrspieler ungewollt zum Torschützen wird. Abgefälschte Schüsse, Distanzschüsse oder einfach nur ungeschickte Abwehraktionen – der Zufall lauert überall.

Die Erkenntnisse der Studie bringen selbst die größten Fußballexperten ins Grübeln. Denn bisher konzentrierte sich die Forschung vor allem auf planbare Erfolgsfaktoren, die sich im Training systematisch verbessern lassen. Doch wie soll man den Zufall trainieren? Ist es wirklich möglich, unkontrollierbare Situationen bewusst zu erzeugen, um Fortuna ein Schnippchen zu schlagen? So können die langen Abschläge der vergangenen beiden Jahre in Richtung Fetsch als Kultivierung des Zufalls gesehen werden, denn wie und ob der Ball in den eigenen Reihen landet, kann kaum wiederholt trainiert werden und ist von unzähligen Faktoren abhängig. Und so ist auch unsere diesjährige pressing- und konterorientierte Herangehensweise dafür prädestiniert den Zufall in Zweikämpfen das Zünglein an der Wade sein zu lassen.

Interessanterweise zeigt die Studie auch, dass der Anteil der Zufallstore in der englischen Premier League, der besten Liga weltweit, in den letzten Jahren leicht gesunken ist – von 50% auf 44%. Die Forscher vermuten, dass dies mit der immer professionelleren Spielvorbereitung und der besseren technischen Ausbildung der Spieler zusammenhängen könnte. Aber eins bleibt sicher: Der Zufall wird auch in Zukunft für die eine oder andere Überraschung sorgen. Immerhin endeten mehr als 59+1 Prozent der ausgewerteten Spiele entweder mit einem Unentschieden oder einer knappen Tordifferenz von einem Tor. Ein einziges zufälliges Tor kann also den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Dass diese Faktoren, trotz fehlender Studien, in der dritten Liga zu potenzieren sind, liegt auf der Hand. Technische Defizite im Vergleich zu den Big-Playern des Fußballsports, weniger Trainingseinheiten unter weniger professionellen Bedingungen, die wiederum weniger Automatismen im Spielablauf ermöglichen, Unkonzentriertheit durch die geringere Ausdauer und viele andere strukturelle Faktoren, führen dazu, dass in tieferen Ligen der Zufall eine noch größere Rolle spielt. Und in allen Analysen dieses wunderbaren Spiels muss dieser Faktor im Hinterkopf behalten werden. Am Ende bleibt nur eines zu sagen: Der Zufall wird im Fußball oft unterschätzt, aber er spielt eine entscheidende Rolle.

Das zweite Heimspiel – die Analyse

Im vergangenen Artikel habe ich bereits angedeutet, dass eine taktische Metamorphose von Wagners spielerischem Ansatz, der stark an eine Version von Diego Simeones Athletico Madrid der 2010er Jahre erinnert, hin zu einem, der RB-Schule anmutenden, intensiven Pressingfußball vollzieht. Beide haben vor allem Kick and Rush beziehungsweise Steil-Klatsch Prinzipe zu Grunde. Dass der Fußball in Haching sich besonders zu dieser Saison verändert, liegt an den zur Verfügung stehenden Spielern. Wagner nutzte mit seiner Herangehensweise geschickt die Erfahrung, das Stellungsspiel, Körperlichkeit und Mentalität der Gruppe, um möglichst erfolgreich sein. Unser spielender Sportdirektor konnte der Mannschaft durch die Neuzugänge so verändern, dass eine neue Spielweise mehr Sinn macht und wird in der Analyse des zweiten Heimspiels gegen Rot-Weiß Essen deutlich.

Organisierte Abwehr

Begonnen mit dem Spiel gegen den Ball, ist der erste große Unterschied bereits offensichtlich. Anstelle auf das Mittelfeldpressing der vergangenen Spielzeit (siehe letzter Blogeintrag), setzt Unterberger jetzt viel mehr auf ein aktives und intensives Angriffspressing. Die Pressinglinie liegt häufig am gegnerischen Sechzehner und hatte zum Ziel den Essenern Defensivakteuren wenig Zeit für die Entscheidungsfindung zu bieten. Gepresst wird meist mit Mannorientierung, was besonders an Waidner und Ortel, die ihre Gegenspieler als zentrale Mittelfeldspieler bis in den Sechzehner verfolgten, deutlich wird. Es entsteht dabei also ein kollektives Gegenpressing, wobei erwähnt werden muss, dass es sich auch um eine Mischform aus Mann- und Passwegorientierung handelt, was wiederum an der passwegorientierten Positionierung von Ihorst erkennbar ist, während der zweikampfstarke Sturmpartner Kügel die Gegner aktiv anläuft. 

Genau durch dieses Pressingverhalten, was in der vergangenen Saison auch bereits bei gegnerischen Abstößen beobachtet werden konnte, entstand die 1:0 Führung nach dem Pausentee. Der Ball konnte hoch erobert werden und ins Zentrum gespielt, von hier abgelegt landet Ortels Schuss, nachdem er abgefälscht wird (welch Zufall) im kurzen Eck.

Mit dieser Mannorientierung wird dann durchverteidigt, also auch die Innenverteidiger Hoops und Knipping schoben immer wieder hoch, um den, sich fallen lassenden Stürmern, keine Luft zum Atmen zu geben. So war durch die aktive Verfolgung und starke Zweikampfführung durch die Hachinger Mannschaft kaum ein Aufdrehen der Essener Spieler möglich und öffnende Pässe konnten meist nur über die Außen und seltener durch die Halbräume gespielt werden. Da diese Spielweise besonders bei den Temperaturen vergangenen Sonntag ziemlich Kräfte zehrend ist, war ich vom Fitnesszustand unserer Truppe stark beeindruckt. 

Dabei hatte Essen in meinen Augen einen durchaus spannenden Ansatz für das Auswärtsspiel im Sportpark gewählt: konnte das Spiel bereits Richtung Mittellinie aufgebaut werden, verteidigte Haching in einem engen 4-4-2, um die Mitte durch die Unterstützung von Skarlatidis und Maier zu schließen und die Gäste auf die Außen zu lenken. RWE Coach Dabrowski versuchte die defensive Staffelung der Rot-Blauen mit einem 2-3-5 in Ballbesitz in letzter Linie zu überladen. Und um ehrlich zu sein, war der Faktor Zufall auch das ein oder andere Mal dafür verantwortlich, dass es kein Gegentor gab.

Nach Schwabls Gelb-Rot Gefährdung (auf die erste Gelbe gehe ich gar nicht erst ein) stellte Unterberger um, sodass Ortel die rechte Abwehrseite beackerte und Zentrich die defensivere Rolle im Mittelfeldzentrum übernahm. 

organisierter Angriff 

Die Ballbesitzverhältnisse der Partie gegen RWE zeigen bereits, dass es nicht im Interesse unserer Elf war den Ball lange und geduldig in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel ruhig aufzubauen. 62% für Essen und 38% für Haching sprechen eine deutliche Sprache. Besonders am Umschaltverhalten nach Ballgewinnen ist der Spielansatz gut zu erkennen. Ballbesitzsicherung spielt nämlich keine Rolle, sonder viel mehr sehr vertikale Pässe auf die im Halbraum spielenden Skarlatidis und Maier oder ins Zentrum auf die entgegenkommenden Spieler. So entstanden aus diversen Steil-Klatsch-Steil Kombinationen aussichtsreiche Möglichkeiten. 

Einen organisierten Aufbau konnte ich bis zur Schlussphase nur bei ruhenden Bällen in der eigenen Hälfte  beobachten. Hier wurde im 2-4-2-2 aufgebaut und gelegentlich kippte Ortel in die rechte Innenverteidigung ab, damit Schwabl höher schieben kann. Doch selbst nach einem ruhigen Aufbau war das Ziel den Ball schnell ins letzte Drittel zu befördern. Hier waren besonders die Laufwege des Sturmduos und der äußeren Spielmacher im Halbraum entscheidend, ob und wie der Angriff weitergeführt wird. Ebenso gab es gelegentlich Durchbrüche über Außen, besonders wenn Ortel oder Waidner hinter dem gegnerischen Außenverteidiger in die Tiefe sprinteten. Durch diese schnellen Angriffsvorträge ergaben sich 1 gegen 1 Situationen in der letzten Kette und Ihorst hätte mit einem saubereren Kontakt bereits in der ersten Hälfte ein Tor erzielen können.

Standards

Auch zu den ruhenden Bällen selbst möchte ich noch zwei Gedanken verlieren. Zum Einen ist es für uns wirklich ein Segen mit Skarlatidis und Maier zwei unglaublich starke Standardschützen in der Mannschaft haben und es verwundert nicht, dass wir mal wieder durch einen Freistoß im Halbfeld getroffen haben. Diesmal brachte Maier den Ball punktgenau auf den kurzen Pfosten, wo Kügel, der am Sechzehner startet, seinem Gegenspieler entwischt und den Ball perfekt erwischt.

Der zweite Gedanke betrifft die Ecken der Essener. Sie versammelten sich auffällig im 5-Meter-Raum, da sie wohl das Spiel in Osnabrück analysiert haben. Denn Strafraumbeherrschung ist für einen Torwart ohnehin ein schwieriges Geschäft, welches besonders durch viele Erfahrungswerte verbessert werden kann. Mit Konstantin Heide haben nun wir einen Torwart, der hier noch unsicher wirkt. Umso schöner, dass er im zweiten Heimspiel mit einer weißen Weste davonkommt. 

Sonstiges

Boipelo Mashigo – Für mich einfach wunderschön den Südafrikaner wieder fit auf dem Platz zu sehen. In einem Dribbling in der Schlussphase konnte er seine unwiderstehliche Technik wieder andeuten. Ich hoffe, dass er diese Saison noch viel mehr Zeit zum Zaubern hat und vor allem verletzungsfrei bleibt.

Ortel wird, wenn er so weitermacht, als das bayrische Taschenmesser in die Hachinger-Geschichtsbücher eingehen. Einfach eine Augenweide ihm zuzusehen und mit diesem Laufpensum würde wahrscheinlich kaum ein Pferd mithalten.

Der Sturm – Mir gefällt einfach die Agilität der 3 neuen Stürmer, immer aktiv und hochengagiert. Die Jungs machen viel Spaß und werden mit Sicherheit noch für einige Tore gut sein.

Hoops i did it again – richtig guter Auftritt als Ersatz des gesperrten Stiefler. Hoffentlich hat die Abrissbirne ab und zu Bock die Füße hochzulegen, damit Hoops auch viele Minuten macht.

Am kommenden Samstag geht die dritte Liga dann mit dem Auswärtsspiel in Saarbrücken weiter, während unter der Woche das Toto-Pokal Spiel in Deisenhofen gewonnen wurde, sodass wir im Viertelfinale stehen. Schön zu sehen, dass der Pokal ernst genommen wird und Ihorst entwickelt sich zum Abwehrschreck in diesem Wettbewerb. Das Testspiel gegen Regensburg am Donnerstag ging mit 1:5 verloren, sollte aber wohl dazu dienen die Spielpraxis bei einigen Akteuren hochzuhalten. Ich hoffe, dass ich wieder regelmäßig Einträge posten kann und ebenso, dass ihr meine Artikel gerne lest, auch wenn ihr zufällig hier landet.

Wir lesen uns bald wieder!

Auf geht‘s Haching!

MoneySchwabls Saisonausblick

Servus mitanand,

eine Jahrhundertwende bringt meist Veränderung mit sich und der Kader unserer Mannschaft schmückt sich zur Jubiläumssaison mit vielen neuen Gesichtern. Was die sportliche Lage betrifft, stehen viele Fragezeichen über dem Sportpark. Können Trainerteam und das Gerüst um Markus Schwabl die Neuzugänge zu einer Einheit formen und dabei weiterhin jungen Spielern viele Erfahrungswerte in der dritten Liga bieten? Können die Abgänge beinahe aller Leistungsträger überhaupt kompensiert werden? Und überarbeiten sich die Schwabls in der Post-Welzmüller-Ära nicht?

Fragen über Fragen. Werden euch diese im folgenden Text beantwortet? Nein! Es geht um Vergangenes und Neues. Mein persönliches Sylvester ist nämlich der Deadline Day am 31. August und so richten wir den Blick natürlich nach vorne, aber schauen noch einmal gemeinsam in den Rückspiegel und lassen all das, was die letzten Monate passiert ist auf uns wirken. Vizekusen ist Meister, Seppi Welzmüller ist Doktor und normale Kartoffeln sind auf der 1. Und euer moneyschwabl hat seine Tastatur wieder gefunden: Also, auf gehts!

Die taktische Metamorphose in 23/24

Egal ob Takitkfuchs im F-Jugendbereich, leidenschaftlicher Football Manager Connaisseur, Follower von Manuel Baums Tiefenlauf „Analysen“ auf TakTik ähh TikTok, oder Genießer von Erik Mejiers „Deutsche Vermögensberatung Halbzeitanalysen“, jeder würde die taktische Marschroute der SpVgg Unterhaching seit Sandro Wagners Masterclass in wenigen Worten beschreiben können: defensive Stabilität hat höchste Priorität, nach Ballgewinnen fliegt der Ball postwendend in Richtung der Kanisterköpfe von Fetsch und Hobsch. Doch zum Glück vereine ich all die oben genannten taktischen Ausbildungen in einer Person, sodass ich thematisch gesehen etwas tiefer gehen kann, als es Hobsch mit einem Tiefenlauf jemals schaffen könnte. 

Zur Wahrheit gehört, dass Marc Unterberger in seiner Debütsaison im Profibereich das Rad nicht neu erfunden hat, aber ein funktionierendes System einfach über den Haufen zu werfen, wäre wie, wenn im Wirtshaus am Stadion plötzlich italienische oder indische Küche angeboten würde. Moment mal, hat es alles schon gegeben, aber ihr wisst, was ich meine. Nun ja Unterberger,  Unterhachings Antwort auf Daglfings Hürzeler, coachte aber natürlich alles andere als ideenlos, denn neben der ansehnlichen Punktausbeute und den noch ansehnlicheren Auftritten bei Magenta Sport, konnte der baldige Inhaber einer Pro-Lizenz besonders eine Weiterentwicklung des zuweilen biederen Offensivspiels vorweisen. 

Mit Platz 9 und 55 Punkten hat wohl vor der Saison, trotz der unvergesslich leidenschaftlichen Auftritten in den Aufstiegsspielen, niemand rechnen können. Statistisch gesehen ist wohl die Auswärtsschwäche in der letzten Saison das größte Manko, denn während man zu Hause 58% der Duelle für sich entschied, waren es auswärts lediglich 26%. Die Heimspiel-Hachingfans wird‘s freuen. Das wird auch an den erzielten Toren klar: 1,68 Tore erzielte unsere Truppe pro Heimspiel, auswärts nur 0,95. Und ebenso kassierten wir auswärts 1,58 Tore und daheim bloß 1,0 pro Spiel. 

Aber jetzt mal im Detail!

Gegen den Ball

Begonnen mit dem Spiel ohne eigenen Ballbesitz: Hier sind Zweikampfstärke, Disziplin und Leidenschaft die Prädikate der vergangenen Saison und ich vermute stark, dass sich an diesen nicht viel ändern wird. Hat der Gegner den Ball in den eigenen Reihen ist die Steuerung des Balls oberste Priorität und die organisierte Staffelung im Raum führt dazu, dass der Gegner den Ball auf die Außen spielt. Im Mittelfeldpressing greift hier dann häufig die Pressing-Falle. Hobsch war meist der Stürmer, der im so entstandenen 4-4-1-1 die tiefere Rolle übernahm, um die Anspielstationen im Zentrum in seinen Deckungsschatten zu bringen. Die beiden Viererketten verschieben dabei ballorientiert. Dass dieses Spiel gegen den Ball nicht besonders druckvoll ist, erkennt man an den PPDA, Passes per Defensive Action, also wie viele Pässe der Gegner spielen kann, bis es zu einer aktiven Defensivaktion kommt. Hier lag der Wert in der vergangenen Spielzeit bei 11,1. Dieser Wert zeigt jedoch auch, dass sich unsere Elf im gegnerischen Ballbesitz alles andere als ausschließlich den Bus geparkt hat. Denn für mich auffällig war diesbezüglich das Pressingverhalten bei Standards im letzten Drittel der Gegner. Hier wurde tatsächlich hoch geschoben und möglichst viel Druck auf den Ballführenden ausgeübt.   Im eigenen letzten Drittel standen dann die beiden 4er Ketten ziemlich eng und den Innenverteidigern wurde ein „Durchverteidigen“ ermöglicht: Also falls ein gegnerischer Stürmer sich fallen ließ, wurde er von einem der beiden Innenverteidiger konsequent verfolgt, um diesem keine Zeit zum Aufdrehen zu geben, der entstandene Raum hinter ihm wurde dann wiederum von einem der defensiveren Mittelfeldspieler geschlossen. Insgesamt führte auch unsere Spielweise gegen den Ball dazu, dass die Gegner dazu gezwungen waren, den Ball weit zu schlagen (was keine hohe Erfolgsquote verspricht) oder gegen unsere leidenschaftlich verteidigende Mannschaft die Zweikämpfe zu suchen.

Mit dem Ball

In meinen Augen haben wir uns vor allem durch die offensiven Neuverpflichtungen für die aktuelle Spielzeit etwas flexibler und weniger ausrechenbar aufgestellt. In der Saison 23/24  versuchte Haching besonders die naturgemäßen Stärken des Kaders auszunutzen. Mit Vollath gab es einen Torwart, der gerne risikoreiche Pässe spielt und dabei ein sehr gutes Ballgefühl bewies. So ist es nur folgerichtig einen der kopfballstärksten Spieler in Liga 3, der dazu noch mehr Erfahrung in Zweikämpfen hat, als ich im Weißbierglasstemmen, hoch anzuspielen. Fetsch musste dabei die Bälle nicht zwingend fest machen, sondern auch den Kampf um den zweiten Ball entscheidend beeinflussen. Denn sobald der Ball in höherer Position erobert oder gehalten werden konnte, ging es meist ohne Umwege in Richtung des gegnerisches Sechzehners. Häufig wurde durch Spielverlagerung der aufrückende Schwabl gesucht, der das Spielgerät dann in seiner unvergleichlichen Manier in den Sechzehner schaufelte. Der Linksverteidiger spielte bei uns meist etwas konservativer, obwohl mir der Ansatz mit Bauer, welcher mit seinem starken Rechten dann invers in die Mitte zog, vor seiner Verletzung gut gefiel. Max „Lamborghini“ Lamby und Ortel waren in ihrem Offensivdrang etwas konservativer und sicherten hinter Keller ab, da dieser mit Abstand die meisten Dribblings pro 90 Minuten und gezielt 1 gegen 1 Situationen suchen sollte. Das Tempo im Aufbauspiel war im allgemeinen jedoch relativ langsam, sodass sich die beiden Viecher in der vordersten Reihe einen positionellen Vorteil verschaffen konnten. Alles in allem war unser Offensivspiel zwar nicht das ansehnlichste, dafür jedoch sehr effektiv, was die Relation von Torabschlüssen zu Vorstößen ins letzte Drittel betrifft. Hervorzuheben ist noch die Stärke unserer Standards, da wir mit Skarlatidis und Maier wohl zwei der besten Schützen der Liga halten konnten, weshalb ich diesbezüglich sehr optimistisch für die aktuelle Saison bin. 

Schlüsselspieler

Was den Blick auf die Key-Player unserer Mannschaft der vergangenen Saison betrifft, blutet mein Herz, da uns beinahe alle verlassen haben, was wiederum ein Grund dafür ist, dass wir dieses Jahr mal wieder als Abstiegskandidat gehandelt werden (müssen)!?

Vollath: In beinahe allen Torhüterstatistiken vorne mit dabei gewesen. Persönlich finde ich sein dominantes Auftreten, Stellungsspiel und seine Reaktion in Eins gegen Eins Situationen überragend. 

Schifferl: Ein Zweikampfmonster Par excellence. Unzählige Drucksituationen hätten wir ohne den österreichischen Schlaks  wohl nicht unbestraft überstanden. Einziges Manko ist die fehlende Technik und Ruhe im Aufbauspiel, weshalb ihm die ganz große Karriere wohl verwehrt bleibt.

Keller: Ein Wunderknabe! Schon im ersten Saisonspiel in Regensburg deutete Keller an, was in ihm steckt und dies untermauerte er mit beeindruckender Konstanz über die gesamte Saison hinweg. 

Skarlatidis: Gefühlt ein Raumdeuter mit feinem Fuß. Tauchte über 90 Minuten auf dem ganzen Platz auf und seine Pässe mit dem Außenrist sind eine Augenweide. Wie bereits erwähnt waren seine Standards oft der Game-Changer.

Fetsch: Das menschgewordene Kopfballungeheuer. Ich bin mir sicher, dass Fetsch mit seiner Kopfballtechnik und Durchsetzungsstärke auch in der Bundesliga für ein paar Buden gut gewesen wäre.

Der Kader der Saison 24/25

Pfiad‘s eich!

verwehrter Durchbruch

Heilmair: Der junge Keeper konnte zwar in 8 Spielen zwischen den Pfosten in der Regionalliga Bayern sein Potenzial andeuten. Ich gehe hier jedoch davon aus, dass es durch die Situation um Konstantin Heide keinen Platz mehr für Hannes gegeben hat und er so im Sinne seiner Entwicklung den Schritt zurück zum FC Bayern II macht. Wie weit er es noch schaffen kann, wird spannend zu beobachten. Aktuell gab es für ihn noch keine Chance in der Regionalliga Bayern.

Hirtlreiter: Ebenfalls in der Regionalliga Bayern kickte Andi Hirtlreiter bereits vergangene Saison per Leihe für den TSV Buchbach. Da er sich auch dort noch nicht als Stammkraft etablieren konnte, reicht es für den Flügelstürmer wohl nicht mehr in der Vorstadt. 

Gottmeier: Josef Gottmeier geht einen ähnlichen Weg. Seine Leihe zu Vilzing scheint jedoch bereits zu fruchten. So gelang dem Mittelfeldspieler in 6 Partien in der vierthöchsten Spielklasse bereits eine Vorlage. Weiter so „Gott“!

Grob: Kam in der U17 zu Haching und hat mit 21 Jahren bereits 35 Regionalliga- und 2 3. Ligaeinsätze in seiner Vita stehen. Besonders seine Physis war für sein Alter eigentlich beeindruckend. Der 6er ist aktuell vereinslos, sollte aber in meinen Augen einen Markt für sich finden. 

Gibts jetzt eigentlich eine Kooperation?

Offiziell ist noch nichts verkündet worden, dennoch sollten die Transfers von Krattenmacher, Adu und Keller schließen lassen, dass der FC Bayern von unserem NLZ sehr gerne profitieren möchte. Wie das ganze finanziell nun gestaltet wird, kann euer moneyschwabl nur durch Hefesatzlesen am Weißbierglasboden orakeln. Krattenmacher wechselt per Leihe direkt weiter und machte gegen seinen neuen Stammklub in der ersten Runde des DFB Pokals gleich einen guten Eindruck. Ebenso konnte er in drei Zweitligaspielen seine außerordentliche Technik andeuten. So wird Krattenmacher wohl nur noch in meinem Football Manager Save zur Vereinslegende, aber im echten Leben traue ich diesem Ausnahmetalent den Weg bis ganz nach oben zu. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ja seinen Bruder Wesley auch schon bald in der dritten Liga am Ball. Ähnlich und doch anders sieht es bei Aaron Keller aus, der filigrane Flügelflitzer verlängert scheinbar den Vertrag bei uns, um dann per Leihe in die zweite Liga zu wechseln. Wenn da nicht schon mehr dahinter steckt?! Und Gibson Nana Adu bleibt erstmal in der Vorstadt. Wahrscheinlich würde er woanders auf ähnlichem Niveau nicht so viel Spielzeit erhalten und kann weiterhin in ruhigen Gefilden auf und neben dem Platz an sich arbeiten. Ich hab auf alle Fälle Bock den Jungen noch ein paar Mal in unserem Trikot zu sehen.

Giasing, Sechzge, woaß gar ned wos‘d da mechst, he!

Also eigentlich könnt ich da jetzt schon einen grantigen Text ablassen, was man sich erlauben kann, aber wenn man die Transfers einzeln runter bricht, ist das für sich genommen irgendwie erträglicher. 

Hobsch

Also Hobschi, der nebenbei bemerkt zweiter in der ewigen Rekordtorschützenliste hinter Hain ist, ist durch seinen Vater wohl sehr 60 affin und da die Nachbarn durch die schiere Menge an Fans auch eine größere Strahlkraft haben und noch dazu mehr Gehalt bezahlen, kann man diesen Transfer aus Spielersicht schon verstehen. Aus Fansicht werde ich das unvergleichliche Duo mit ihm und Schwabl sehr vermissen. Als Stürmer war er letzte Saison hochengagiert. Für die Spielweise gegen den Ball opferte man oft Hobsch, der im gegnerischen Spielaufbau die Spielfeldmitte abdeckte. So ackerte er oft viele Kilometer pro Spiel, wodurch ihm im Ballbesitz oft ein paar Körner fehlten. Und wenn das Chaos in Giesing weiter anhält, könnte Schwabl Jr. seinen Zapfhahn-Kompagnon vielleicht bei einer Runde Schafkopf zum Heimkommen überreden. Der aktuelle Löwentrainer scheint immerhin noch nicht auf den bulligen Stürmer zu setzen. 

Schifferl

Der blonde Drei-Master aus Österreich war vergangene Saison an uns ausgeliehen und ein absoluter Schlüsselspieler. Das Wegverteidigen wurde ihm in die Wiege mit Überlange gelegt und das hat die 60 Geschäftsstelle dazu bewogen, 150 Tausend Euro auf den Überweisungsträger zu schreiben. Klar nach den Abgängen, hätte man sich wünschen können, dieses Geld in Schifferl zu investieren, um keine neue Baustelle aufzumachen. Wie es im Fußball und dort vor allem bei Verhandlungen läuft, steht aber auf einem anderen Blatt. Was an Gehalt, Prämien und dergleichen ein paar Kilometer weiter gezahlt werden kann, würde wahrscheinlich unser Gehaltsgefüge sprengen. Hier bin ich trotzdem sehr enttäuscht, dass wir uns scheinbar nicht weit genug strecken konnten, denn war er zwar noch kein Aushängeschild für Haching, aber an ihm hätte man bestimmt eins anbringen können. Vielleicht ist dieser Transfer auch ein Learning für unseren jungen Sportdirektor, dass manchmal eine Kaufoption, so utopisch sie bei Leihbeginn auch sein mag, sich durchaus auszahlen kann. 

Vollath: 

Der wohl umstrittenste Transfer seit Luis Figo. Viel wurde diskutiert und sich gegenseitig vorgeworfen. Zwar hatte der Keeper vergangene Saison 14 weiße Westen, der Abgang endete dann dennoch in einer kleinen Schlammschlacht. Nicht gezahltes Gehalt für die Tätigkeit als Nachwuchs-Torhüter-Koordinator, weshalb Vollath hinschmiss. Ohne dieser Tätigkeit wollte er in die Konkurrenzsituation mit Heide gehen, welcher wiederum seinen Stammplatz mündlich sicher hatte. Aber ablösefrei sollte er auch nicht gehen dürfen und Schwabl erneuerte das Vertragsangebot in einem Interview. Was da hinter den Kulissen abging, wissen wohl nur die Beteiligten selbst. Am Ende wechselt Vollath zu Sechzig. Dass der frischgebackene Papa nicht direkt weit wegziehen möchte ist auch nachvollziehbar und so startet er vor Löwen-Urgestein Hiller als Stammtorwart in die neue Saison. Schau ma mal was wird.

weitere Abgänge

Doch das wars noch lange nicht, ein paar Spieler sind auch noch ein paar Kilometer weiter gezogen, oder legen die Füße hoch.

Stark: 

Ein Paniktransfer? Vielleicht ein bisschen. Der alte Weggefährte von Markus Schwabl wurde für eine Halbserie verpflichtet und ohne eben jene Connection hätte Stark wohl nicht mehr die Schuhe für einen Aufsteiger aus der dritten Liga geschnürt. Vor allem Verletzungspech machte einen weiteren Defensivakteur unverzichtbar, sodass Markus den erfahrenen 6er nach einem Weißbier zu viel überreden konnte. Ich denke aber, dass dies die letzten Spiele für Yannick Stark auf professioneller Ebene waren.

Bauer:

Ohne seiner schweren Verletzung hätte Bauer wahrscheinlich noch lukrativere Angebote als vom KSC erhalten. Denn er bringt (fast) alles mit, um als moderner Außenverteidiger auf hohem Niveau zu bestehen. Sein tiefer Schwerpunkt gepaart mit der physischen Balance machen es dem Gegner schwer im Zweikampf gegen ihn zu bestehen. Ich hoffe für ihn, dass er ohne schwere Verletzung in seiner Karriere weitermacht und dann kann man sich auf eine spannende Karriere gefasst machen. 

Westermeier:

Dieser Transfer hat mich schon etwas geschockt, obwohl es abzusehen war. Der Aushilfskapitän war schon nicht ein mal mehr im Mannschaftsrat, weshalb ich mir sicher wahr, dass ein Wechsel bevorsteht. Warum er ein Jahr vor Vertragsende ablösefrei wechselt, bleibt für mich ein Rätsel. Ich hoffe, dass dort etwaige Boni, Weiterverkaufsbeteiligungen oder Ähnliches verhandelt wurden, denn Westermeier war für mich ein absolutes Juwel. Der Busquets der dritten Liga strahlt trotz des jungen Alters eine enorme Ruhe am Ball aus, hat eine brutale Physis und scheint einen sehr professionellen Charakter an den Tag zu legen. Hannover 96 wird sicherlich Spaß an ihm finden und ich denke es ist nur eine Frage der Zeit, bis Westermeier zum Zweitligakader stößt. 

Fetsch:

Viele Worte bedarf es nicht für Fetsch, hat er doch auf dem Feld alles abgerissen. Etwas Oldschool gibt der Zielspieler einem Kader eine schwer zu verteidigende Komponente mit seiner unvergleichlichen Kopfballtechnik. In seinem Alter das Angebot vom Absteiger Freiburg II zu bekommen, um dort als erfahrener Ankerspieler in der Nähe seiner Heimat zu kicken, ist ein gutes Match. 

Maxi Welzmüller:

Das Bild vom letzten Saisonspiel spricht Bände. Der verlorene Sohn kehrte zurück und absolvierte insgesamt 115 Spiele in Rot-Blau. Maxi war ein technisch versierter Mittelfeldspieler, der sich für keine Drecksarbeit zu schade war. Kein Wunder, dass er beim FC Bayern II als Leitwolf für die jungen Leute fungieren sollte und dies in Haching weiterführte. Genieße deinen fußballerischen Ruhestand!

Pfiadi Seppi!

Für den Doktor, der selbst oft auf Krücken lief, bedarf es eigentlich eines eigenen Artikels. Josef „Seppi“ Welzmüller war und ist Unterhaching. 10 Jahre spielte der Innenverteidiger für die Vorstadt und kämpfte sich aus zahllosen Verletzungen zurück. Zu seinem Zenit war er in der Aufstiegssaison und beim Klassenerhalt eine tragende Säule. Schade, dass er seinen Posten als technischer Leiter wieder aufgegeben hat, aber ich denke, dass er durch seine Studien besonders beim FC Bayern Begehrlichkeiten wecken konnte und seine Karriere nach der Karriere beim deutschen Rekordmeister in der Geschäftsstelle weiterführen wird. Wer hier nostalgische Eindrücke zu unserem Capitano haben möchte, sollte unbedingt die Podcast Folgen von „Vorstadtgeflüster“ mit ihm und Markus Schwabl hören.

Grias eich!

Das Fußballgeschäft ist hart und sowohl Ball als auch Rubel müssen weiterrollen. Deshalb lassen wir alle Sentimentalitäten hinter uns und widmen uns den Neuen. Und das sind a paar.

Eisele:

Der Torhüter bringt viel Erfahrung mit und hat wohl die Rolle als Mentor für die jungen Wilden akzeptiert. Im Fall der Fälle eine gute bis sehr gute Verpflichtung für die Back-Up Rolle im Tor in Liga 3.

Knipping:

Ein weiterer erfahrener Spieler. Der 1,90m große Knipping soll der Abwehr Stabilität bringen und das Aufbauspiel mit seinem linken Fuß bereichern. Kam per Leihe aus Sandhausen und zahlte das Vertrauen von Unterberger gleich im ersten Spiel mit einem Tor zurück.

Schlicke:

Bringt körperlich alles mit, um mal ein großer zu werden. Hat auch einen starken Linken, was für den Spielaufbau immer gefragt ist. Mit seinen 18 Jahren noch unerfahren, könnte aber schnell eine Option für die erste Elf werden. Als ablösefreier Transfer ein Coup und könnte ein (finanzielles) Versprechen für die Zukunft werden.

Martens:

Ein weiterer 18-Jähriger Innenverteidiger, der ablösefrei kommt. Wird erst einmal in der zweiten Mannschaft zum Zug kommen. Mal sehen, ob und wann er seine Chance erhält.

Hennig:

Der 17-Jährige Hennig kommt per Leihe von den Bayern, da wir auf der Linksverteidiger-Position neben Lamby eine Option brauchten. Hat sich in zwei Partien bereits ordentlich präsentiert und bringt viel Dynamik auf der linken Außenbahn mit.

Littig:

Für mich einer der spannendsten Transfers. Der gebürtige Bayreuther kommt wie Schlicke nach Vertragsende aus Fürth und laboriert derzeit an einer Schulterverletzung. Ich denke er wird nach seiner Genesung auf der Sechs gesetzt sein.

Seidel:

Ein weiterer verlorener Sohn ist zurück. Einst der Rekordhalter des jüngsten Debütanten in Unterhaching. Mal sehen, ob er sein Potential ausschöpfen kann und eine echte Alternative wird. Nach seinem Schritt nach Meppen läuft er aktuell für unsere Zwoate auf.

Breuer:

Zu Andy Breuer gibt es etwas mehr zu sagen. Der zentrale Mittelfeldspieler galt als Saarbrückener Eigengewächs als Riesentalent, sodass angeblich Vereine wie der BVB am beidfüßigen Techniker dran waren. Er schaffte es in Saarbrücken jedoch nicht sich durchzusetzen und will wahrscheinlich den Schritt zurück machen, um dann zwei nach vorne zu gehen. Ich hoffe er zeigt, das was sein Name zu versprechen schien in der Vorstadt. Wir sind da eher die Durchgangsstation.

Simic:

Noa-Gabriel Simic kam als großes Talent vom FC Augsburg zu Borussia Dortmund. Der Linksfuß fühlt sich auf Rechtsaußen wohl und akklimatisiert sich ebenfalls in der zweiten Mannschaft. 

Ihorst:

Auch Luc Ihorst ist ein spannender Name. Ausgebildet beim SV Werder machte er dort als junger Spieler 10 Minuten in der Bundesliga. Über Osnabrück und Braunschweig kam Ihorst dann nach Unterhaching. Leider war der bullige Stürmer in der Vergangenheit auch des Öfteren von Verletzungen gebeutelt. Konnte aber in Osnabrück bereits andeuten, was in ihm steckt, wenn er fit bleibt. Ansonsten freuen sich die Physios über Arbeit, wenn Seppi schon nicht mehr da ist.

Jastremski:

Lenn Jastremski kann trotz seines zarten Alters bereits als Wandervogel bezeichnet werden. Der in Wolfsburg ausgebildete Stürmer hat wohl weniger Schuld daran, als die Leihen, die der FC Bayern für ihn arrangierte. Vielleicht kann er mit einem Zwei-Jahres Vertrag hier Fuß fassen und sich neben Kügel oder Ihorst durchsetzen.

Kügel:

Julian Kügel ist der dritte Neuzugang im Sturm mit 1,90m und kommt ablösefrei von Ingolstadt. Als Joker konnte er letztes Jahr in Ingolstadt bereits überzeugen und machte in den ersten Saisonspielen einen tollen Eindruck. Weicht gerne auf die Außen aus, kommt mit Dynamik und hat bereits zwei Vorlagen zu Buche stehen. Top Transfer.

Winklbauer:

Ja der Winklbauer ist eher die Sorte Drecksack unter den Fußballern und so lange er auf der eigenen Seite steht ist das geil. Doch bei Burghausen hat er sich in unserer Kurve nicht gerade. beliebt gemacht. Er wird neben der Eingewöhnungszeit in Liga 3, sowohl Trainerteam, als auch Fans mit viel Leidenschaft und Theatralik von sich überzeugen müssen. Ich habe aber jetzt schon Bock auf ihn, wenn wir auf Zeit spielen müssen und er eingewechselt wird.

Ausblick

Insgesamt steht meinem Hype nichts im Wege für die Saison zum 100 Jährigen Vereinsbestehen. Im Gegensatz zur vergangenen Saison haben wir viele neue Gesichter im Sportpark und viele erfahrene Schlüsselspieler und talentierte Eigengewächse haben den Stall verlassen. Es hängt also viel am Trainerteam und den etablierten Spielern aus der Truppe eine Einheit zu formen, die auch für schlechte Zeiten gewappnet ist. Zwei bittere Auswärtsniederlagen haben wir bereits wegstecken müssen und hier wird es zum Learning kommen, damit die restliche Spielzeit nicht von den Heimspielen abhängig ist. Sportlich wird die Entwicklung von Heide interessant werden, denn ein junger Keeper birgt auch immer ein hohes Risiko. Nicht zum Spaß haben Torhüter ihr Karrierehoch jahrelang nach Feldspielern, denn Erfahrung spielt eine große Rolle auf dieser Position. Da ich aber Heide als integer wahrnehme und er in einem ruhigen Umfeld arbeiten kann, denke ich, dass er an seinen Aufgaben wachsen wird und zu einem starken Rückhalt werden kann/muss. Darüber hinaus bleiben Spieler der vergangenen Spielzeiten wie Schwabl, Stiefler, Waidner, Ortel, Skarlatidis und Maier das tragende Gerüst der Mannschaft und diese müssen mit gutem Beispiel voran gehen. Nach der Niederlage in Dortmund wären drei Punkte im kommenden Heimspiel gegen Essen ein wichtiger Push für das Selbstbewusstsein. Ich traue der Mannschaft einiges zu und werde bestimmt bald wieder meinen Senf dazu geben. Wer das auch möchte folgt einfach moneyschwabl auf Instagram und lässt mich wissen, was ihr von Markus Schwabls Arbeit haltet.

Wir lesen uns bald wieder!

Auf geht‘s Haching!

UNSschreibtmanMIA

Servus mitanand, 

dass nach dem 32. Spieltag, trotz 46 Punkten auf dem Konto, von einer sportlichen Krise die Rede sein muss, hätte ich vor der Saison für genauso absurd gehalten, wie einen anderen Bundesligameister als den FC Bayern München. Sportlich gesehen brauen sich dunkle Wolken über dem Sportpark zusammen, nach vier Niederlagen in Folge, von denen in drei auch einen anderer Ausgang denkbar gewesen wäre, kann man sich diesen Wetterumschwung noch durch das launische Aprilwetter erklären und auf einen sonnigen Nachmittag gegen den VfB Lübeck hoffen. Doch neben diesem sportlichen Unwetter sind es die Klauen der „Bestia negra“ aus der Säbener Straße, die in der Vorstadt für Gesprächsstoff sorgen. Die laut mehrerer Medien bevorstehende Kooperation mit dem FC Bayern München scheint also mehr als eine G‘schichte aus‘m Paulanergarten zu sein, was wiederum die Brauerei hinter dem Hachinger Jubliläumsbier erklären könnte.

Kooperationen im Profifußball

Der heutige Profifußball geht schon längst weit über die 90 Minuten auf dem Platz hinaus und die Vereinsstrukturen sind global handelnden Unternehmen näher als einem eingetragenen Sportverein. Dies liegt natürlich hauptsächlich an den finanziellen Potenzialen dieses Goldesels. Nicht zum Spaß sind mittlerweile drei Abonnements nötig, um alle Wettbewerbe eines Bundesligisten live verfolgen zu können. Alle wollen ihr Stück vom Kuchen haben und die Spirale scheint sich immer schneller zu drehen: immer schnellere, größere und stärkere Spieler, die an möglichst vielen Wochentagen ihre Gesundheit hinten anstellen, das alles in künstlich aufgebauschten Spektakeln mit möglichst vielen Werbeflächen und -partnern, mit dem Ziel immer höhere Summen für alle Beteiligten zu erwirtschaften. Alle Beteiligten? Nicht wirklich, denn die Verlierer des Fußballzirkus sind neben den Fans (Konsumenten) häufig die kleinen Vereine, die schon früh ihre besten Spieler verlieren, finanziell schon längst den Anschluss verloren haben und auf die Gnade der höchsten Fußballliga und derer Verantwortlichen hoffen müssen. Hier gilt unser Präsi Manni in der öffentlichen Wahrnehmung als der letzte Mohikaner, der wahnsinnig leidenschaftlich beziehungsweise leidenschaftlich wahnsinnig gebetsmühlenartig immer wieder betont, dass eine regionale, zielgerichtete Nachwuchsförderung die oberste Priorität der Entscheider im deutschen Fußball sein muss, um einheimischen Talenten eine bestmögliche Karriere zu ermöglichen, sodass der deutsche Fußball, entgegengesetzt der aktuellen Entwicklungen, nachhaltig bis in die unteren Ligen gesund bleiben kann. Um eben den kleineren Vereinen und deren talentierten Fußballern die bestmögliche Infrastruktur zu bieten, müsste die Finanzierung dann jedoch das obere Ende der Nahrungskette übernehmen. So ist es weiterhin die Realität, dass die Drittligisten lieber gestandene Profis in die Fußballrente begleiten, da die Erfahrung auf dem Platz für viele Clubs erfolgsversprechender ist, als Talenten eine Bühne zu geben, welche sich dann nach einem Jahr für Höheres berufen fühlen. 

Man kann sich jedoch sicher sein, dass irgendwann ein Grenze erreicht sein wird, dass irgendwann das Maximum herausgepresst wurde, dass irgendwann eine Stagnation zu erkennen ist. Das liegt zum einen daran, dass die Konsumenten (Fans), selbst wenn alle Märkte erobert wurden, auch nur begrenzt Zeit haben, Spiele zu schauen und nur begrenzt Geld zur Verfügung haben, um es König Fußball zu geben. Zum anderen können sich selbst Vereine wie der Chelsea London FC nicht alle talentierten Spieler dieser Welt kaufen (auch wenn sie es versuchen), sodass es aufgrund der schieren Menge an guten Fußballern immer welche geben wird, die bei anderen als den Big Playern spielen werden. Doch bis dieses Cap erreicht wird, nutzen eben diese Riesen alle Möglichkeiten, um sich den entscheidenden Marktvorteil zu verschaffen. Ob der letztjährige Triple-Sieger Man City mit zugehöriger City Group, RB Leipzig mit allen „Schwestern“ oder eben die Joint Venture des FC Bayern, alle haben die Gemeinsamkeit, an der Spitze eines Konglomerats mehrerer Fußballclubs zu stehen. 

Dies bietet den großen Clubs viele Vorteile: talentierte Spieler aus der ganzen Welt können beliebig bei einem Klub der Gruppe unter Vertrag genommen  werden, natürlich mit dem Traum verbunden es bis zur Spitze des Vereinsnetzwerks zu schaffen. Hier ist der Gedanke später keine Unsummen für „fertige“ Top-Spieler zu bezahlen, sondern diese im eigenen „Stall“ zu „züchten“. Das Vokabular erinnert deshalb nicht nur zufällig an Nutztiere. Dass dieses Modell jedoch äußerst erfolgreich ist, ist neben dem rasanten Aufstiegs von RB Leipzig derzeit gut am spanischen Erstligisten Girona mit dem Mutterverein aus Manchester zu erkennen. Und hier möchte der große FCB natürlich den Anschluss nicht verlieren und hat sich in den letzten Jahren ein beachtliches Netzwerk aufgebaut. Die internationalen Partnerschaften mit dem Los Angeles FC, dem Racing Club de Montevideo aus Uruguay, den Grasshoppers Zürich und dem abgestürzten Wacker Innsbruck bilden derzeit den Kern von „Red&Gold Football“ dem Joint Venture des FC Bayern. Multi-Club-Ownership ist also nun eine marktverändernde Komponente im Profifußball und Bayern hat sich mit Freund nun einen absoluten Experten aus dem Hause RB nach München geholt, um den Verein in Zukunft anschlussfähig gegenüber der Konkurrenz zu machen. In der dritten Liga besteht bereits eine Kooperation zwischen dem FC Bayern Campus und dem Nachwuchs des SSV Ulm. Am Ende steht also die Frage, welche Rolle wird die Spielvereinigung in dieser konstruierten Zusammenarbeit spielen?

Wieso Haching?

Die Historie von Haching ist spätestens seit dem 20.05.2000 vom großen Nachbarn untrennbar. Die Zukunft könnte jetzt gar einen Schulterschluss bedeuten. Der Standort in Unterhaching ist für das Vereinsnetzwerk des FC Bayern aus mehreren Gründen äußerst interessant.

Wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, scheint der deutsche Rekordmeister nun der Investor für den Kauf des Stadions und der umliegenden Plätze zu sein. Ob und wie es zu einer Einigung kommt, bleibt abzuwarten, da die Gemeinde dann vor der Herausforderung stünde den Breitensport Mannschaften andere Plätze zur Verfügung zu stellen. Da die meist klamme Vorstadtkasse aus eigenen Kräften diesen Akt wohl nicht stemmen kann, ist dies die Möglichkeit ein Angebot zu machen, dass man(ni) nicht ablehnen kann. 

Ein möglicher Grund der Kooperation wäre einen erneuten „Fall Adeyemi“, welchen Freund aus Salzburg kennt, zu vermeiden. Das Ausnahmetalent wurde bekanntlich beim FC Bayern aussortiert und konnte durch eine engere Begleitung in Unterhaching ohne Druck reifen, um über Salzburg und Dortmund zum Nationalspieler durchzustarten. So wäre denkbar, dass daraus ein Modell wird. Veranlagte Jugendspieler, die aus charakterlichen oder körperlichen Gründen, im Bayern Nachwuchs aussortiert würden, kommen nach Unterhaching, wo deren Fortschritte ohne Umzug unter Argusaugen aus Harlaching verfolgt werden können. Hinzu kommt laut Sky eine Leihvereinbarung, sodass U23 Spieler der Roten Spielpraxis im Vorgarten erhalten. Hier wäre mittelfristig ein Aufstieg in die 2. Bundesliga wohl das Ziel, um ein entsprechendes Wettkampfniveau für Top-Talente zu bieten und darüber hinaus auch die Nicht-EU Spieler des Netzwerks im deutschen Fußball ankommen zu lassen. Im Extremfall also ein Liefering Zweipunktnull.

Und was hat Haching davon? Kurzgesagt: Geld. Und das Fass, wie es um unsere Finanzen steht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht aufmachen, sondern auf das allgemeine Problem hinweisen, wie schwierig es ohne Investor oder großer Fanbase ist, in der dritten Liga Schulden abzubauen, Eigenkapital zu erwirtschaften, kurzum den Hals aus der Schlinge zu ziehen. Und eine Kooperation würde durch die Leihe nicht nur Personalkosten, durch die Gehaltsübernahme der Bayern, erheblich zu senken, sondern zusätzlich durch die, im Raum stehende, Ausbildungsentschädigung noch, nun ja entschädigt zu werden. Darüber hinaus profitiert der Verein dann auch langfristig durch die Spielerqualität, die durch Leihen und/oder feste Wechsel den Weg an den Sportpark finden, sowie beim Tauziehen um Talente für das NLZ, denn ein Jugendspieler entscheidet sich wahrscheinlich noch eher für Haching, wenn die Möglichkeit besteht den Sprung zum Branchenkrösus zu schaffen. Natürlich ist die Kooperation auch eine Chance auf das Netzwerk und die Infrastruktur der Bayern zurückgreifen zu können, sodass von Trainerlehrgängen, über Informationsaustausch wie Datenanalysetools bis hin zum Zugang des Sponsorenpools von Bayern alles denkbar wäre. Zu guter Letzt könnten Fans durch die stets ausverkaufte Allianz Arena auch nach Haching gelockt werden. Manch einer erinnert sich vielleicht noch an eine Kino-Werbung, in welcher die Münchner Familie statt nach Fröttmaning in den Sportpark fuhr. 

Insgesamt sollte das Credo dennoch lauten: abwarten und Weißbier trinken, denn hätte, wenn und wäre, Fußball ist kein Sport der Konjunktive. 

Wie geht‘s weiter

Wie bereits angedeutet ist, je nach Tiefe der Zusammenarbeit von einer Kooperation der NLZs bis hin zum Farmteam, alles möglich, da schlichtweg zu wenig Informationen bekannt sind. Meine persönliche Meinung ist sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite pocht in mir das Herz eines Fußballromantikers, der weiß, dass ein Verein auch immer seine Seele bei einem solchen Deal verkauft, sich abhängig von Gönnern macht und die Identifikation für Fans, durch ständige Fluktuation im Kader, erschwert. So habe ich seit Tagen den Ohrwurm des alten Kurvenklassikers:“ Unterhaching braucht keine Freunde, Unterhaching ist gern allein, Unterhaching wir hassen 60 und auch Bayern den Scheißverein!“ 

Auf der anderen Seite habe ich für Verein selbst im Football Manager schon oft einen Mutterverein genutzt, um mir einen Aufstieg mit Top-Talenten zu ermöglichen. Und es ist wichtig sich einzugestehen, dass es ohne externe Zuwendungen unglaublich schwierig wird, den Spielbetrieb auf Profiniveau aufrechtzuerhalten. Und wenn ich in den Spiegel blicke, merke ich, dass ich einen Abstieg in die Unterklassigkeit sehr bedauern würde und ich es dann wiederum positiv bewerte, dass sich um Lösungen extrem bemüht wird.

Wie es gegen den VfB Lübeck weitergeht, kann ich ehrlich gesagt nicht einschätzen, obwohl ich den Auftritt in Saarbrücken, nach der Klatsche in Mannheim, als positiv wahrgenommen habe und denke, dass sich die Mannschaft auf ihre Stärken besonnen hat. Sich also auf eine stabile Defensive, insbesondere das Wegverteidigen, konzentriert, in Ballbesitz über rechts aus dem Halbfeld flankt und links Keller aktiv die eins gegen eins Situationen sucht und die langen Bälle auf Fetsch bereiten nach wie vor jeder Mannschaft Kopfschmerzen.

An alle die es bis hierhin geschafft haben: ein Riesen-Dankeschön! Ich weiß die tollen und kritischen Rezensionen wirklich zu schätzen und verstehe, dass viele gerne noch öfter etwas lesen möchten. Dieser Blog und die Instagram-Seite sind wirklich ein Herzensprojekt von mir und nach einem überschwänglichen Start hat mich die Realität der Erwerbsarbeit und begrenzter zeitlicher Ressourcen eingeholt, sodass ich manchmal nicht mehr wusste, wie und wann ich weiterschreiben soll. Ich habe auf alle Fälle noch viele Ideen und bin in der Planung, wie ich das nun in Zukunft umsetzen werde. Ich halte euch auf dem laufenden und ihr bitte die Ohren steif!

Wir lesen uns bald wieder!

Auf geht‘s Haching!